Die Eindimensionalität des Denkens
Es ist schon erstaunlich, welch flache Denkstrukturen sich bei unseren Volksverkäufern Volksvertretern offenbaren, wenn sie nun - wie seinerzeit nach Erfurt - nur über so genannte “Killerspiele” schwadronieren, anstatt sich mit den eigentlichen Fakten zu befassen, die sich aus dem Abschiedsbrief von Sebastian B. ergeben. Denn würden sie sich mit den Themen befassen, die Sebastian B. angeführt hat, so wäre auch eine gehörige Portion Selbstkritik an unsere Politikerkaste fällig, die nichts anderes zu tun hat, als unser Land und unser Volk dem globalen Kapital willig zum Ausverkauf anzubieten, damit sie selbst weiter prassen können und noch ein paar nette “Nebenjobs” in der Wirtschaft rausspringen. So viel Kritikfähigkeit kann von deutschen Politikern nicht erwartet werden, denn den Draht zu den Menschen “draußen” im Lande und deren alltäglicher Lebensrealität haben sie schon lange verloren, so sie ihn den jemals hatten.
Daher gibt man sich eher einer eindimensionalen Denkweise hin, indem man zum Beispiel “Killerspiele” als Ursache dieser Tat nennt und populistisch ein Verbot dieser Spiele fordert. Dumm nur, dass es weltweit Millionen Menschen gibt, die diese Spiele ebenfalls spielen und nicht Amok laufen. Würde man jedoch die eindimensionale Denke unserer Damen und Herren Politiker weiterspinnen, so müßte man konsequenterweise auch bei anderen Themen einen Bezug zu Computerspielen herstellen. So müßte man beispielsweise genauso populistisch ein Verbot von Spielen wie “Need for Speed” fordern, wenn sich mal wieder ein paar Raser auf einer Landstraße mit ihrem Auto um einen Baum gewickelt haben. Für schwangere Teenies könnte man das Spiel “Die Sims” als Ursache ausmachen, denn da gestalten die Spieler Familie und soziales Umfeld am PC. Dieses Spiel findet nicht umsonst auch bei 20% der Mädchen Anklang. Man könnte das Ganze noch erheblich weiterspinnen. Zum Beispiel, dass Genforscher vielleicht früher zu viele Monster-Spiele gespielt haben und mittels der Gentechnik eben solche Monster erschaffen wollen.
Der Faden der Idiotie angeblicher Ursachen und Wirkungen ließe sich endlos weiterspinnen. Bis auf weiteres überlasse ich Idiotie und Spinnen aber unseren gewählten Witzfiguren aus dem politischen Kasperletheater.

