Wo bleibt der Eltern-Führerschein?
Ich frage mich bereits seit langem, warum man keinen Eltern-Führerschein einführt. Es ist doch bei allen anderen Dingen wie Strassenverkehr, Tragen von Waffen oder den Umgang mit Sprengstoff üblich, dass man eine amtliche Erlaubnis für sein Tun benötigt, welche in der Regel nur bei entsprechender Sachkunde erteilt wird. Bei dem Nachwuchs und der zugleich wichtigsten Ressource rohstoffarmer Länder wie Deutschland darf hingegen ganz nach Belieben gewurschtelt werden. Da verwahrlosen Kinder in verdreckten Wohnungen, sterben an Unterernährung oder Austrocknung, weil alleinerziehende Mütter lieber quer durch Deutschland zu Internetbekanntschaften zum schnellen Sex tingeln und ihre Kinder tagelang alleine lassen, oder es entstehen Leidensgeschichten wie jene der Amokläufer von Erfurt und Emsdetten, welche dann in einem Blutbad enden. Was muss eigentlich noch passieren, bevor man begreift, dass die “Fähigkeit”, ohne Verhütung zu poppen und dabei - sei es gewollt oder ungewollt - schwanger zu werden, nichts, aber auch absolut gar nichts über die erzieherischen Fähigkeiten aussagt? Schließlich müssen ja auch Männer einen Führerschein machen, obwohl Männer meist besser fahren und Rennfahrer wie Michael Schumacher ja auch männlich sind. Wieso überlassen wir aber die Kinder den Händen von Laien, Stümpern und Generalversagern, die oftmals schon mit ihrem eigenen Leben mehr als maßlos überfordert sind? Zwar gibt es so Dinge wie das Familienhandbuch, jedoch erreichen solche Angebote in der Regel ausgerechnet diejenigen am wenigsten, die sie am nötigsten hätten. Dass dem so ist, weiß man spätestens seit ganz Deutschland regelmäßig bei den “Super-Nannies” am Fernseher verfolgen darf, wie es in deutschen Familien aussieht. Und das, was man dort sieht, verheißt nichts Gutes - nicht für die Kinder und nicht für unsere Gesellschaft.
In Großbritannien hat man nun begriffen und stellt erst einmal Mittel für 77 Pädagoginnen bereit, die Eltern in Kursen und persönlichen Beratungen zur Seite stehen sollen. Auf diesem Wege sollen Kinder und Jugendliche wieder auf den rechten Weg zurückgeführt werden und Eltern verstehen lernen, warum ihre Kinder bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen. Weiter heißt es in dem Artikel:
“Die Elternrolle kann eine schwierige Aufgabe sein und manchmal können Eltern Hilfe brauchen, um ihre Kinder davon abzuhalten in Schwierigkeiten zu geraten”, erklärte Innenminister John Reid. Die Elternrolle erfolgreich auszufüllen könne durchaus erlernt werden und alle könnten davon profitieren. Nach einer aktuellen Umfrage sehen 53 Prozent der Briten die Schuld für unsoziales Verhalten von Kindern bei deren Eltern.
Bleibt die Frage, wann Deutschlands selbsternannte “Supermami” und Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mal endlich die Problematik begreift und zielgerichtet handelt, anstatt weiter vom ach so notwendigen Beten in der Familie zu schwadronieren, sinnfreie Bündnisse für Erziehung mit den Kirchen einzugehen und es zu begrüßen, dass Jungen im deutschen Bildungssystem immer häufiger diskriminiert werden. Ich halte diese Frau für eine mindestens 120%ige fachliche und charakterliche Fehlbesetzung im Familienministerium, die in der Redaktion der EMMA oder bei einer Bibelstunde besser aufgehoben wäre.


am 16. Dezember 2006 um 01:03:11 Uhr.
[...] Ursula von der Leyen (CDU) wird sicher für die toten Kinder beten. Oder sich darüber freuen, dass “nur” der Junge starb, das Mädchen aber gerettet werden konnte. [...]
am 2. Januar 2007 um 14:33:54 Uhr.
[...] Ich habe schon mehrfach darüber berichtet, was ich von den realitätsfernen, unausgegorenen und vor allem kirchenlastigen Konzepten unserer Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) halte. Bereits in einem vorherigen Beitrag habe ich ihre feministischen Tendenzen, die Jungen und Männer generell diskriminiert, kritisiert. Über Arne Hoffmanns Blog Genderama, dessen Buch “Sind Frauen bessere Menschen?” ich jedem Leser (womit auch die Leserinnen gemeint sind) ans Herz legen kann, der sich näher mit geschlechterpolitischen Diskussionen beschäftigen will, wurde ich auf einen Beitrag über Gender Mainstreaming aufmerksam. [...]
am 26. März 2007 um 13:26:13 Uhr.
[...] nicht leisten, sofern man sie nicht vor der Elternschaft gezielt dazu befähigt, Stichwort Eltern-Führerschein. Man muss sich dazu einfach mal vor Augen führen, wie Familien oftmals entstehen: Ein Mann und [...]