Aufruf: Wir dürfen unsere Jugend nicht im Stich lassen!

Ich möchte heute von einem Ereignis berichten, das ich schon vor dem Amoklauf von Emsdetten erlebt habe, aber damals keine Zeit zum Schreiben fand. Wie bekannt ist, litt Sebastian B. aka ResistantX nicht nur unter Mobbing, sondern auch unter der Gewalt, die seine Mitschüler ihm antaten. So soll ihm ein Grüppchen zum Beispiel einen glühend heißen Schlüssel auf die Hand gedrückt haben. Dies ist eine Form der Gewalt, die man zu meiner Schulzeit mit der Einweisung der Täter in ein Heim oder in die Psychiatrie beantwortet hätte, da offenbar massiv schädliche Neigungen vorliegen. Heute ist aber ein Problem auch, dass die Täter ihre Opfer massiv einschüchtern und mit Folgetaten drohen, wenn das Opfer sich an Vertrauenspersonen oder die Polizei wenden sollten. Zu der physischen Gewalt kommt psychische Gewalt in Form von Bedrohung, Nötigung und Erpressung.

Ich war neulich auf dem Weg nach Köln und wartete auf dem Bahnsteig auf die entsprechende Bahn. Da es noch ein paar Minuten dauerte bis die Bahn eintreffen sollte, schlenderte ich ein wenig über den Bahnsteig. Als ich mich dem Ende des Bahnsteigs näherte, fiel mir ein junges Pärchen auf, deren Alter ich auf um die 12 Jahre schätzen würde. Einmal abgesehen davon, dass aus dem Handy des Jungen irgendein HipHop-Gebrabbel lärmte, wunderte ich mich vor allem darüber, dass er sich bemühte, sie mit seinem Körper zu verdecken, während er einen Arm von ihr offenbar mit beiden Händen fixierte und sie mehr oder weniger regungslos alles über sich ergehen ließ. Als ich näher kam, konnte ich sehen, dass der Junge ihr das Handgelenk verdrehte, was man in meiner Jugend als “Brennessel” bezeichnete. Dabei wird das Handgelenk von beiden Händen fest umschlossen und die Hände dann in entgegengesetzte Richtung gedreht. Dabei drückte er sie gegen das Geländer am Bahnsteig, so dass sie nicht fliehen konnte. Ich ging zielstrebig auf das Pärchen zu und forderte den Jungen auf, sein Treiben zu unterlassen. Gleichzeitig fragte ich das Mädchen, ob alles in Ordnung sei. Doch sie schaute mich nur mit Tränen in den Augen - offensichtlich auf Grund der Schmerzen oder großer Angst vor ihrem Peiniger - an und schwieg. Sie wirkte total eingeschüchtert und verängstigt. Der Junge erfüllte alle Klischees: plärrendes Walkman-Handy mit HipHop-Mist, gegelte Stinktier-Frisur und - wie es bei den Asozialen von heute offenbar chic ist - in beiden Ohren Stecker mit großen Plastik-Steinchen, die Diamanten nachempfunden sind. Ich gab dem Jungen klar zu verstehen, dass ich es nicht dulde, dass er sich feige an Mädchen vergreift und er andernfalls mit Intervention bis hin zur Ablieferung bei der Polizei rechnen müße. Ich blieb in der Nähe der beiden und offenbar hatte er von ihr abgelassen.

Schließlich kam die Bahn. Ich war schon eingestiegen, als ich an der Tür hinter mir Lärm vernahm. Offenbar versuchte das asoziale Jüngelchen, das Mädchen am Einsteigen zu hindern. Sie schaffte es aber letztlich doch und setzte sich auf eine einen Sitz mir schräg gegenüber. Noch immer hatte sie Tränen in den Augen und man sah ihr sehr deutlich an, dass sie mit den Nerven komplett am Ende war. Meiner Einschätzung nach wurde sie wohl häufiger oder gar permanent von diesem Typen oder vergleichbaren asozialen Subjekten belästigt oder mit Gewalt bedacht. Mehr oder weniger wortlos reichte ich ihr ein Paket Taschentücher rüber. Leider hatte ich an diesem Tag einen dringenden Termin, so dass mir keine Zeit zu einem ausführlichen Gespräch blieb, da sie ein paar Stationen später ausstieg.

Die ganze Zeit in der Bahn dachte ich darüber nach, was diesem Mädchen wohl alles widerfahren sein mußte, dass sie so fertig war. Ihr Schweigen deutete für mich darauf hin, dass sie wohl entweder niemanden hat, der ihr zuhört und sich um sie kümmert oder von ihren Peinigern bedroht wird, dass sie den Mund halten soll. Oder beides. Denn bedauerlicherweise sind Bedrohungen, Gewalttaten, Nötigung und Raub - das so gennante Abziehen - heute in vielen Schulen Standard, ohne dass Lehrer oder Eltern eingreifen. Die Jugendlichen werden massiv eingeschüchtert, so dass sie über die Täter und deren Taten schweigen. Manchmal mündet ein einmaliges Abziehen auch in regelmäßiger Erpressung, entweder zu zahlen und das Maul zu halten oder aber Prügel in einem Ausmaß zu beziehen, das selbst Erwachsene erschrecken läßt.

Im Tagesspiegel erschien nun ein Artikel und ein Interview mit zwei Berliner Jugendrichtern, welche die Problematik recht genau auf den Punkt bringen:

Der Tagesspiegel: Jugendrichter warnen vor neuer Gewalt

Der Tagesspiegel: „Zivilisatorische Standards gelten nicht mehr“

Dort heißt es unter anderem:

(…) die Delikte würden immer schwerer und die Täter immer jünger. Man merkt, dass gewisse zivilisatorische Standards nicht mehr existieren oder nicht mehr gelten. Die Mehrheit der jugendlichen Serientäter seien arabischer oder türkischer Herkunft. (…) Seit einiger Zeit stellen wir bei diesen Gewalttätern eine unverblümte Deutschenfeindlichkeit fest. Viele Opfer, zumeist deutsche Jugendliche, resignierten und versuchten sich mit den Umständen zu arrangieren, um gar nicht erst den Zorn gewisser Cliquen zu erregen. (…) Da werden Mädchen beleidigt, angefasst, getreten und in den Akten liest man dann auch immer: „Deutsche Schlampe!“ So etwas ist mir früher überhaupt nicht untergekommen, außer im Zusammenhang mit deutschen Tätern und Ausländerhass. Scheiß-Christ, Schweinefleisch- Fresser – das sind Begriffe, die richtig in Mode sind. Neulich ist uns von einer Schule berichtet worden, wo ein Eingang von den Schülern inoffiziell nur für Türken und Araber reserviert wurde. Da durften deutsche Schüler nicht durch. Viele Raubdelikte kommen gar nicht erst zur Anzeige, weil die Täter drohen: „Wenn das rauskommt, stech’ ich dich ab!“ Da wird der Schülerausweis mitgenommen, um dem Opfer Angst zu machen und zu demonstrieren, dass man seine Adresse kennt. Das ist praktisch Usus. (…)

Das liegt zum einen daran, dass wir erst zuständig werden, wenn die Täter 14 Jahre alt, also strafmündig sind. Wir haben es aber häufig mit Tätern zu tun, die in diesem Alter schon vollständig dissozialisiert sind. (…) Diese Jungen beginnen mit ihren Straftaten zum Teil im achten, neunten Lebensjahr. (…) Ich habe in polizeilichen Vernehmungen gelesen, dass solche Kinder frank und frei davon berichten, dass sie schon 40 Raubtaten begangen haben. (…)

Diese Beobachtungen kann ich für Nordrhein-Westfalen ebenso bestätigen. Aber ich kann diesen Zustand nicht dulden. Ich kann es nicht dulden, wenn importierte, nicht integrierte Asoziale, die wir zum nicht unerheblichen Teil über unsere Sozialsysteme noch lange durchgefüttert haben, hier unsere Jugend mit physischer und psychischer Gewalt in bislang nicht gekanntem Ausmaß konfrontieren und dafür vom Jugendgericht oftmals nicht mehr als den erhobenen Zeigefinger und vielleicht ein paar abzuleistende Sozialstunden bekommen. Oder eine pädagogische Lustreise. Wir haben es hier mit einem Täterkreis zu tun, der unsere Regeln und Gesetze nicht akzeptiert, weil beispielsweise im Elternhaus schon vermittelt wird, dass man sich als Moslem oder Türke nicht an die Regeln von den “Scheiss-Deutschen” halten müsse, sondern bestenfalls an den Koran. Der interessiert die betreffenden Jugendlichen meist aber auch nicht sonderlich, so dass nur eines bleibt: keine Werte, keine Grenzen. Hier gilt es einzuschreiten. Nicht mit Kuschelpädagogik, sondern mit dem juristischen Tritt ins Genick, wie auch immer man diesen letztlich ausgestalten mag. Unterlassen wir dies, haben das unsere Kinder und Enkel auszubaden. Im Krankenhaus können wir ihnen dann erklären, warum wir so blöd sind, so etwas zuzulassen.

Aufruf!

Ich rufe daher alle Bürgerinnen und Bürger auf, nicht wegzusehen, wenn sie sehen, dass Jugendliche in ihrer Umgebung bedrängt oder verprügelt werden! Gehen Sie dazwischen und stellen Sie sich vor das Opfer! Wenn nötig, stellen Sie den Anführer einer solchen Meute und übergeben Sie ihn der Polizei. Keine Angst: Im Rahmen der Nothilfe und Notwehr dürfen Sie im Zweifelsfall auch Gewalt anwenden, um einen Angriff von Dritten oder ihrer Person abzuwehren. Bedenken Sie, dass auch psychische Gewalt wie Mobbing Gewalt ist. Wir dürfen unsere Jugend nicht im Stich lassen, indem wir nur auf die Politik warten!

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