Deutschlands tote Kinder und die Untätigkeit einer Familienministerin
Die Eltern in Deutschland sind immer häufiger überfordert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn zu den Versorgungs- und Erziehungsaufgaben weitere belastende Faktoren hinzukommen, zum Beispiel
- Armut,
- Arbeitslosigkeit,
- geringe Bildung,
- Existenzdruck,
- Trennung / Scheidung der Kindseltern,
- Perspektivlosigkeit,
- Alkohol- / Drogen-Konsum.
Man könnte es in einem Satz zusammenfassen:
Das Elend der Eltern bedingt das Elend oder gar den Tod der Kinder.
Während so deutschlandweit noch jede Woche durchschnittlich mindestens drei Kinder durch Verwahrlosung und Vernachlässigung sterben, lamentiert Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) weiter über die angebliche Notwendigkeit von Gebeten in der Familie und strebt unsägliche Erziehungsbündnisse mit den Kirchen an. Dumm nur, dass Gebete nicht den Magen füllen und auch keine Rechnungen bezahlen.
Der aktuelle Fall des verdursteten Leon Sebastian und seiner Schwester Lena aus dem thüringischen Sömmerda ist ein klassischer Musterfall: junge alleinerziehende Mutter, mehr als ein Kind, arbeitslos, ALG II-Empfängerin ohne familiäre Unterstützung und zudem mit Miet- und Stromschulden belastet. Die Überforderung mit der eigenen sozialen Lebenssituation – bereits einen Monat vor dem Fund soll der Mutter auf Grund nicht bezahlter Rechnungen der Strom abgestellt worden sein – läßt keine Kraft mehr zur angemessenen Versorgung und Betreuung der Kinder. Diese Zustände haben sich durch Hartz IV massiv verschärft: die Kinderarmut hat sich seit der Einführung der Hartzgesetzte verdoppelt.
Die Mutter soll häufig zu einer Freundin vor ihrer belastenden Lebenssituation geflohen sein, zur Ablenkung Parties besucht und die Kinder öfter tagelang alleine gelassen haben, Miete und Stromrechnungen wurden jedoch nicht mehr bezahlt. Während die Mutter nun noch zusätzlich ein Strafverfahren erwartet, streiten die verantwortlichen Stellen und die Politik um die Schuldigen und die richtigen Konzepte zur Verhinderung solcher Fälle. Nicht zur Sprache kommt dabei, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt, das durch die Verarmung unzähliger Haushalte seit den vergangenen Arbeitsmarkt- und Gesundheits- Reformen ausgelöst wurde. Die Diskussion um die richtigen Maßnahmen müßte also im Kontext mit der Arbeitsmarkt- und Gesundheitspolitik der vergangenen Legislaturperioden geführt werden, um wirklich effektive Lösungen zu finden. Solange dies nicht geschieht, bleiben die meisten Vorschläge nichts weiter als das stümperhafte Herumpfuschen an Symptomen, deren Ursachen die Politik insbesondere während der Schröder-Regierung selbst geschaffen hat. Da die Leitlinien der Schröder-Regierung – die Reichen beschenken und zugleich die mittellosen Massen immer weiter entrechten und abzocken – auch in der großen Koalition fortgeführt werden, ist eigentlich jegliche Aufregung um Kinder, die in Deutschland vor allem auf Grund der Armut der Eltern leiden und sterben, nichts weiter als verlogene Heuchelei.
Ursula von der Leyen (CDU) wird sicher für die toten Kinder beten. Oder sich darüber freuen, dass “nur” der Junge starb, das Mädchen aber gerettet werden konnte.


am 19. Dezember 2006 um 07:54:50 Uhr.
[...] So ergibt sich meines Erachtens für die betroffenen Hartz IV-Empfänger eine wirtschaftliche Situation, die verfassungswidrig ist. Eine Klage auf höhere Erstattungen dürfte angesichts der Preisexplosion bei den Energiekonzernen erfolgversprechend sein. Wohin eine derart belastende Situation führen kann, wenn der Strom abgestellt wird oder aus dem Regelsatz gegenfinanziert werden muss, durften wir ja erst kürzlich in Sömmerda erleben. [...]
am 2. Januar 2007 um 14:33:38 Uhr.
[...] Ich habe schon mehrfach darüber berichtet, was ich von den realitätsfernen, unausgegorenen und vor allem kirchenlastigen Konzepten unserer Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) halte. Bereits in einem vorherigen Beitrag habe ich ihre feministischen Tendenzen, die Jungen und Männer generell diskriminiert, kritisiert. Über Arne Hoffmanns Blog Genderama, dessen Buch “Sind Frauen bessere Menschen?” ich jedem Leser (womit auch die Leserinnen gemeint sind) ans Herz legen kann, der sich näher mit geschlechterpolitischen Diskussionen beschäftigen will, wurde ich auf einen Beitrag über Gender Mainstreaming aufmerksam. [...]
am 5. Januar 2007 um 15:55:40 Uhr.
[...] Mein Vorschlag: Singhammer sollte mit seiner Parteigenossin und Supermutti- Familienministerin Ursula von der Leyen einfach für mehr Kinder beten – wirkt bestimmt! [...]
am 29. Januar 2007 um 03:03:38 Uhr.
[...] ist klar, dass materielle Armut nicht das einzige Problem solcher Kinder und ihrer Eltern ist. Aber es rettet sie vielleicht gerade noch davor, nicht als [...]
am 1. Mai 2007 um 14:09:01 Uhr.
[...] Fall Kevin, Stichwort Frühwarnsystem. Was ist eigentlich daraus geworden? Wir erinnern uns: Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) – ja, die hat jetzt auch die Haare schön – wollte damals [...]