Die Überflüssigen besuchen Roland Berger in Düsseldorf
Wie ich leider erst jetzt bei Indymedia gelesen habe, haben “Die Überflüssigen” der Unternehmensberatung Roland Berger bereits am 14.12.2006 die Auszeichnung zum “Ausbeuter des Jahres 2006” überreicht:
Seinen Preis verdiente sich Roland Berger mit seinem neuesten Werk „ASCHENPUTTEL RELOADED“. Nach dem Prinzip „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ krempelt Roland Berger seit Mai 2005 die Arbeitsabläufe von vielen ARGE-Standorten bundesweit um. Nicht die Existenzsicherung der „Kunden“, sondern die „Aktivierung des kompletten Kundenbestandes“ steht im Vordergrund. Dies bedeutet nichts weiter, als möglichst viele Erwerbslose, die nicht in das „Töpfchen“ kommen sollen, aus dem sozialen Bezugsnetz zu treiben. In Gelsenkirchen konnte Roland Berger die Zahl der nicht arbeitenden Leistungsempfänger binnen sieben Monate um 36 Prozent verringern, in München-Nord innerhalb von vier Monaten sogar um 42 Prozent.
„Treiber statt Getriebener“ lautet der Leitspruch in einem ARGE-internen Anweisungspapier von Roland Berger: Den Druck, der von oben auf die ARGE-Mitarbeiter ausgeübt wird, sollen sie auf den „Kundenbestand“ weiter leiten. Die „Kunden“ wiederum sollen sich daran gewöhnen, keine eigenen Forderungen zu stellen, stundenlang auf ihre Gespräche zu warten und möglichst schnell in Maßnahmen gezwungen oder aus dem Bezugssystem ausgegliedert zu werden. Kein Wunder also, dass „Die Überflüssigen“ die Firma für einen ihrer hochdotierten Preise ausgesucht haben.
In der Tat, ein würdiger Träger der Auszeichnung “Ausbeuter des Jahres 2006″, dieser Roland Berger. Überflüssig zu erwähnen, dass Roland Berger selbstverständlich bei den neoliberalen Kampf-Lobbyisten von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit im Boot sitzt.
Frage am Rande:
Welche Idioten High Potentials kommen eigentlich auf die glorreiche Idee, solche Unternehmensberatungen wie die von Roland Berger mit der Umstrukturierung staatlicher Institutionen zu beauftragen? Dass dabei mangels volkswirtschaftlicher Kompetenz die Menschen auf der Strecke bleiben, haben solche “Unternehmensberatungen” doch schon in vielen Firmen erfolgreich bewiesen.

