Welche Vorteile hat eigentlich DVB-T?
Selbstverständlich kenne ich die Grundlagen zu DVB-T, wie Sie z.B. bei Wikipedia und in diversen Fachforen aufzufinden sind. Allerdings gab es bisher in meinem Bekanntenkreis selten einwandfreien Empfang mit DVB-T, selbst in manchen Ballungszentren nicht, wo der Funkturm nur wenige Hundert Meter entfernt war. Dauernd kommt es zu Artefakten, also Bildfehlern in Form großer Kästchen, und Aussetzern bei Bild oder Ton oder beidem. Testweise hatte ich auch einmal an meinem Computer einen DVB-T USB-Stick von Freecom angeschlossen, da dieser in Tests recht gut abgeschnitten hatte. Notwendig war laut Aussage des Verkäufers ein PC ab 2 GHz und mindestens ein Gigabyte Arbeitsspeicher - für banalen TV-Empfang die gleichen Voraussetzungen wie für manche High End-Software? Schöne neue Medienwelt…
Trotz Erfüllung beider Voraussetzungen war das “Erlebnis” mit diesem Freecom-Produkt alles andere als berauschend: Die beiliegende Stummel-Antenne war unbrauchbar, da sie ein zu schwaches Signal lieferte, so dass eine aktive Antenne mit Verstärker notwendig war. Dann ließen sich die Sender nicht sortieren, was offenbar ein besonderes “Feature” dieses Sticks ist. Nicht zuletzt kam es immer wieder zu diversen Störungen wie längeren Ton-Aussetzern und einfrierenden Bildern, was einen Neustart der grottigen Total Media-Software von ArcSoft notwendig machte. Als besonderes Schmankerl wurde ich seit der Verwendung dieses DVB-T-Sticks immer häufiger mit Bluescreens und totalen Systemabstürzen beglückt - einige Male auch bei einer aufwändigen grafischen Arbeit, so dass eine Satzdatei beschädigt wurde, was knapp 40 Stunden Arbeit vernichtete.
Erst als ich die Freecom-Website besuchte, wurde mir so einiges klar: Es war nicht irgendein Prozessor ab 2 GHz notwendig, sondern ein Pentium 4 ab 2 GHz. Ich benutze hingegen einen Computer mit AMD-Prozessor. Leider ist es bei vielen Geräten, die via USB angeschlossen werden, der Fall, dass sie das System im Vergleich zu PCI-Karten nicht unerheblich belasten. Während ich vor Jahren mit einer analogen TV-Karte von Pinnacle problemlos neben der Arbeit mit Office- oder Grafik-Programmen in einem frei skalierbaren Fenster fernsehen konnte, erlaubt die dem Freecom USB-Stick beigefügte Software keine stufenlose Skalierung, sondern inklusive Vollbild nur insgesamt 2-3 verschiedene Formate. Das Ganze kostet 25-40% Systemleistung.
Nach diesen Erfahrungen habe ich nun den Umtausch des Sticks in Gang gebracht, da mich einerseits der Verkäufer offensichtlich falsch beraten hat und mein PC in erster Linie ein Arbeitsgerät ist, dessen Leistung ich nicht unnötig für so einen qualitativ minderwertigen Tand wie DVB-T verschwenden will. Alles in allem halte ich DVB-T für eine Bananen- Technik: Sie reift beim Kunden bzw. Empfänger, der die Störungen ertragen und dafür noch zusätzliche Geräte kaufen muss.
DVB-T hat den Test bei mir nicht bestanden, so dass ich lieber weiterhin Bücher lese, DVDs anschaue oder zusammen mit anderen ins Kino gehe. Fernsehen ist sowieso nur eine seelen- und geistlose Zeitvernichtungsmaschine.


am 20. Januar 2007 um 16:09:43 Uhr.
[...] Vor einigen Tagen konnte ich den schrottigen DVB-T USB-Stick von Freecom, der meinen Rechner regelmäßig nach einigen Minuten mit einem Bluescreen abschmieren ließ, beim Händler umtauschen. Da ich auf das Gefrickel mit dem USB-Müll keine Lust mehr hatte, entschied ich mich für nun für eine PCI-Karte von Hauppauge, konkret für das Modell WinTV-HVR 1100. Vom Regen in die Traufe beschreibt wohl recht gut das Ergebnis. [...]