Den eigenen Knecht gehenkt

Ich hatte bereits neulich geschrieben, dass mich die Hinrichtung von Saddam Hussein unschlüssig darin ließ, wie diese zu bewerten sei. Dabei hatte ich auch schon darauf hingewiesen, dass die USA und deren Kriegsminister lange mit dem Irak und insbesondere Saddam Hussein paktiert hatten, um ihre eigenen interessen durchzusetzen. Nun fand ich einen Beitrag, der dies genau in den passenden Worten verpackt:

Sicher wurde er weder für das Töten seiner schiitischen Opponenten noch für die Folter an seinen eigenen Landsleuten gehenkt. Denn auch nach den Ereignissen, für die er vor Gericht stand, haben ihm US-amerikanische Gesandte noch freundlich die Hand geschüttelt, ihn umarmt und mit ihm gescherzt. Unter diesen in Bagdad gern gesehenen Gästen war einst auch Donald Rumsfeld als Mitglied der Regierung Ronald Reagans. Auch er schloß Verträge mit Saddam Hussein ab und schickte ihm bereitwillig allerlei Kriegsgerät bis hin zu Massenvernichtungswaffen aus US-Produktion.

Wenn Hussein sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat zuschulden kommen lassen, was ist dann mit den vielen US-Amerikanern, die ihm dabei halfen und ihn dazu anstifteten? Was ist mit all den westlichen Rüstungsunternehmen, die sein Land aufrüsteten und aus diesen Waffengeschäften große Profite schlugen?

Es ist ein Zeichen des Zynismus unserer Zeit, daß ausgerechnet die Nation, die Saddam Hussein gezielt zum Krieg gegen Iran aufstachelte und seinen Waffennachschub während des langen und brutalen Krieges gegen das Nachbarland sicherte, die wegschaute, als er die Mehrheit der irakischen Schiiten mit seiner Schreckensherrschaft unterdrückte, ihn nun für genau das mit dem Tode bestraft hat, was sie von ihm verlangt hatte.
(…)
Aber jene, die Irak früher aufgerüstet haben, reichten sich später die Hände, verdammten einmütig das Land und wollen es nun in drei Teile zerlegen: einen für die Schiiten, einen für die Kurden und einen weiteren für die Sunniten. Dabei scheren sie sich keinen Deut um das Schicksal des irakischen Volkes und schon gar nicht um solche Zeitungsenten wie die »Errichtung der Demokratie«. Nichts liegt den US-amerikanischen oder westlichen Interessen ferner, als den Willen des irakischen Volkes zu respektieren.

Die USA standen voll hinter Saddam Hussein, als im Krieg gegen Iran fast eine Million Menschen auf beiden Seiten abgeschlachtet wurden. Aber dann wurde der irakische Präsident zu mächtig und verfiel dem Glauben, ungestraft machen zu können, was er wollte. Ihm war offensichtlich nicht klar, daß dieses Privileg nur dem US-Imperium vorbehalten war.

Lesenswert!

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