BILD und der Bonus-Strom
Bei der BILD ist es ja mittlerweile selbstverständlich, erst Ängste oder Trends zu generieren, z. B. Angst vor Altersarmut, garniert mit dem Hinweis auf private Vorsorge, um anschließend zusammen mit einem Unternehmen entsprechende Produkte, beispielsweise von der Allianz, zu bewerben. Nun werden die überhöhten Energiekosten thematisiert und mit der Firma Bonus GmbH und deren Produkt Bonus Strom Bauernfängerei betrieben. Versprochen wird ein Bonus von zehn Prozent auf den Energieanteil des Kilowattpreises im Privatkundentarif. Wer nun denkt, dass dies 10% weniger Stromkosten mit sich bringt, der irrt gewaltig. Denn der Energieanteil bei den Stromkosten beträgt lediglich ungefähr ein Drittel und nur auf dieses Drittel wird der Bonus gewährt. Damit schrumpft die Ersparnis auf 3-4 Prozent zusammen. Auch gilt der Bonus nur auf den genannten Privatkundentarif. Wer bei seinem aktuellen Stromanbieter bereits einen Sondertarif hat, bekommt darauf keinen Bonus. Für diese zweifelhafte Ersparnis wird der Kunde mit Hilfe der Vertragsbedingungen für mindestens 12 Monate an die Firma gebunden und möglicherweise auch anderweitig schlechter gestellt als bei seinem bisherigen Anbieter. So ist es auch nicht erstaunlich, wenn am Ende magere 2-3 Prozent Ersparnis bleiben, die andere Anbieter mit Sondertarifen und weniger nachteiligen Vertragsbedingungen locker überbieten.
BILD-Jo(h)urnalismus in Reinkultur!
(Danke an DonAlphonso für diese Wortschöpfung)

