Korruption bei der GEZ: Fressen, Ficken, Fußball
Man könnte denken, Peter Hartz sei zur GEZ gewechselt. Ist er aber nicht. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hat nun die GEZ in Köln wegen des Verdachts der Bestechung durchsucht. Der Chefeinkäufer der GEZ und andere Leute “von Rang und Namen” haben sich offenbar mit Besuchen in Bordellen, Spitzenrestaurants und zu Sportveranstaltungen (Fußball, Formel 1) bestechen lassen:
Auch Geld ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft geflossen, “wenn auch nicht die ganz großen Barbeträge”, sondern Summen von einigen tausend Euro. So seien in einem Fall 12.000 Euro an einen Verein gespendet worden. Der Verkäufer einer Wuppertaler Computerfirma habe sich so einen Auftrag der GEZ für Software und Zubehör in Millionenhöhe gesichert.
Huch, da war doch was zu dem Thema vom Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen veröffentlicht worden:
Der Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen hat nach Angaben des Spiegel der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffentlich-rechtlichen Anstalten ein miserables Zeugnis über ihren Umgang mit Gebührengeldern ausgestellt. In seinem 85-Seiten umfassenden Prüfbericht beschäftige sich der Landesrechnungshof vor allem mit dem aktuellen 21,3 Millionen Euro teuren EDV-Großprojekt DV 2005 und den Kosten für die umfassende interne Neuorganisation.
Die GEZ ließ nach dem Bekanntwerden der Korruptionsfälle auch schnell folgenden Text von einem Sprecher verbreiten:
Das Ermittlungsverfahren richte sich gegen “Einzelpersonen, nicht gegen die Institution GEZ oder den Einzug der Rundfunkgebühren”.
Stimmt, mit dem Einzug der Rundfunkgebühren hat das Verfahren nichts zu tun, eher mit dem “freundschaftlichen” Verteilen der Gebühren durch genuß- und bumsgeile Führungskräfte der GEZ. Ich wette, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und man bei Einbeziehung der Rundfunkanstalten bei den Ermittlungen zu dem Ergebnis kommen könnte, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein besonders stark von Korruption verseuchtes Loch ist. Mir sind da beispielsweise noch Fälle im Hinterkopf, wo Sendeanstalten Aufträge ohne Ausschreibung an Firmen der eigenen Mitarbeiter verteilt haben sollen.
Aber gut zu wissen, dass wir mit den GEZ-Gebühren - seit dem 01.01.2007 ebenfalls für Internet-PCs - auch zum Fortbestand von Bordellen, Luxus-Gastronomen und Sportveranstaltungen beitragen. Vielleicht sollte die GEZ ihre Gebührenfahnder besser einmal zur Ermittlung der schwarzen Schafe im eigenen Haus einsetzen anstatt unbescholtenen Bürgern immer gleich zu unterstellen, Schwarzseher zu sein.
Der “GEZ-Dreikampf” könnte hingegen zum Hit jeder künftigen Betriebsfeier werden: Fressen, Ficken, Fußball.
Und für die Mitarbeiterinnen finden wir sicher auch noch was.

