Verwahrloste Kinder 2007

Während Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) weiter empfiehlt, dass Eltern mit ihren Kindern beten sollen, Kaffeekränzchen mit den Kirchen abhält und die wachsende Benachteiligung von Jungen im gesamten Bildungssystem und der Gesellschaft befriedigt zur Kenntnis nimmt, läßt die Realität nicht locker: Alleine im Januar 2007 wurden mehr als 20 Jungen und Mädchen von der Polizei aus katastrophalen Verhältnissen herausgeholt. Verstopfte Toiletten, Schimmel im Kühlschrank, Ungeziefer in den Zimmern, überall bestialischer Gestank, Müllberge sind nur einige der Schlagworte aus den Protokollen der Polizei. Auch der Deutsche Kinderschutzbund schlägt Alarm:

Hilgers befürchtet, dass die Fälle von Vernachlässigung bundesweit «drastisch» gestiegen sind. Zwar gebe es noch keine abschließende Statistik für 2006, jedoch sei schon aus der Vielzahl der bekannt gewordenen Einzelschicksale zu schließen, dass mit zunehmender Armut auch immer mehr Kinder unter verwahrlosten Wohnverhältnissen leiden müssen.

Halten wir fest: die sich ausbreitende Armut hat zu einer drastischen Zunahme der Fälle von Vernachlässigung und Verwahrlosung von Kindern geführt. Wer also etwas für diese Kinder tun will, muss vor allem die zunehmende Armut in Deutschland endlich zur Kenntnis nehmen und energisch bekämpfen.

Natürlich ist klar, dass materielle Armut nicht das einzige Problem solcher Kinder und ihrer Eltern ist. Aber es rettet sie vielleicht gerade noch davor, nicht als Leiche im Kinderzimmer oder tot in einem Kühlschrank zu enden. Selbstverständlich braucht es auch psycho-soziale Unterstützung sowie Lebens- und Bildungschancen für diese Kinder und deren Familien.

Kleiner Hinweis für “Super-Mutti” und Familienministerin Ursula von der Leyen: “Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt Ihr sie erkennen.” Der Spruch sollte doch einer sicher bibelfesten Super-Christin wie ihr vertraut sein. Was ist an Frau von der Leyen eigentlich nicht super? Ach ja, stimmt: ihr politisches Handeln und vor allem das Unterlassen bei der Bekämpfung der Kinderarmut und der Verwahrlosung von Kindern.

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