Zitat des Tages
Im Schlafe pflegt die Seele Verkehr. Im Wachen öffnet sich das körperliche Leben wieder und beschäftigt sich mit dem, was ihm begegnet, und die widerstreitenden Gefühle erheben sich täglich im Herzen. Die Menschen sind verstrickt, hinterlistig, verborgen. Aus Furcht vor kleinen Übeln beben sie täglich; ist Großes zu fürchten, so werden sie gänzlich verstrickt. Bald fahren Sie zu, wie der Bolzen von der Armbrust schnellt: das nennt man Richter sein über Recht und Unrecht. Bald beharren sie auf etwas wie auf einem beschworenen Vertrag: das nennt man seine Überlegenheit festhalten. Unaufhaltsam wie das Sterben im Herbst und Winter zehren sie täglich immer mehr ihre Kraft aus. Sie ertrinken in ihren Taten, also dass jede Umkehr für sie unmöglich wird. Sie sind zur Unfreiheit verdammt, wie mit Stricken gebunden; so sind sie eingefahren in ihre alten Geleise. Und ist das Herz erst dem Tode nahe, lässt es sich nicht zum lichten Leben wiederbringen.

