McKinsey vergiftet das Klima

Die Unternehmensberatung McKinsey, die schon in recht zweifelhafter Verbindung mit den Tafeln steht, welche wohl Teil des amerikanischen Modells sind, soziale Rechte gegen Almosen auszutauschen, verbreitet mal wieder heiße Luft: eine Studie. Darin wird herumgeheult, dass die Umsetzung der Klimaschutzziele der EU die Unternehmen bis 2020 zwischen 800 Millarden und 1,1 Billionen Euro kosten könnte. Natürlich vertritt McKinsey keine neutrale Position, es geht mal wieder um plumpen Lobbyismus für die Finanzwirtschaft, insbesondere in den USA:

Der Experte rät der Politik dem Bericht zufolge, kostengünstigere Methoden der Kohlendioxid-Einsparung mit höheren Fördermitteln zu bedenken, wie etwa die Gebäudesanierung. Dabei gebe es «viele sogar völlig kostenlose Möglichkeiten Kohlendioxid einzusparen, die weder unseren Lebensstil noch unseren Komfort negativ beeinflussen würden», wird Vahlenkamp zitiert.

Oder:

  1. Nicht wir, zuerst die anderen! *heul*
  2. Alles schön fördern, am besten vom Steuerzahler finanziert (wozu in D fast nur noch die Arbeitnehmer zählen)
  3. Die Renditen dürfen nicht kleiner werden! Im Gegenteil!!!
  4. Bloß keine Änderungen im Lebensstil! McKinsey-Consultants müssen weiter mit Spritfressern wie Sportwagen und SUVs persönliche und charakterliche Defizite ausgleichen können!
  5. Konsum! Wachstum! Wollt Ihr den totalen Kapitalismus?

Dumm nur, dass deutsche Führungskräfte den Maßnahmen für den Klimaschutz weitgehend gelassen entgegensehen:

Die Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung erwarten dagegen laut einer Umfrage von einem weiteren Ausbau des Klimaschutzes keine negativen Auswirkungen auf die heimische Konjunktur. Unter Berufung auf die Umfrage unter 646 Führungspersönlichkeiten schreibt das Wirtschaftsmagazin «Capital», 80 Prozent hielten die Unternehmen für flexibel genug, auch auf strengere Auflagen zu reagieren.

Wozu also das Gejammer von McKinsey? Natürlich werden die Maßnahmen für den Klimaschutz Geld kosten und das nicht zu knapp, aber haben wir eine Alternative? Sollen wir wie die USA einfach schön weitermachen wie gewohnt, weil es so bequem ist und den Klimawandel einfach leugnen, bis die Klima-Anlagen und die Lichter endgültig ausgehen? So nach dem Motto: Ich sehe keinen Klimawandel, vielleicht sieht er mich dann auch nicht?

Oder sind es einfach die internationalen Parasiten Investoren, allen voran aus den USA, die McKinsey vorgeschickt haben, damit die Europäer bloß nicht auf die Idee kommen, so viel zu investieren, dass die Renditen mal ein paar Prozent kleiner ausfallen? Denn für die amerikanische Finanzwirtschaft wären kleinere Renditen aus Europa ein massives Problem. Schon Chinas Dollar-Reserven lassen in den USA so manchen erzittern, wie sähe das erst aus, wenn an den amerikanischen Geldmärkten die Renditen schrumpften, weil europäische Unternehmen in den Klimaschutz investieren? Eben. Die USA leben schon heute zu einem nicht unerheblichen Teil auf Pump, kleinere Renditen könnten aber Tilgungen und das Rating der USA gefährden - mit massiven Folgen, Stichworte Schwarzer Freitag und Weltwirtschaftkrise.

Der Kapitalismus ist eben nicht dafür gemacht, längere Zeit ohne schwere Krisen oder gar Kriege zu funktionieren. Dies ist einer der Gründe, warum die USA in den vergangenen Jahren an so vielen Plätzen auf der Welt gezündelt und kriegerische Auseinandersetzungen geführt haben: die Bestie Kapitalismus mit ihrem Rattenschwanz Zinssystem und dem Hunger Wachstumszwang braucht immer mehr Futter, damit das System nicht zusammenbricht:

Kein Bürger in einem modernen industrialisierten Land wird seine Kinder in einem Krieg sterben lassen, dessen Ziel die Gewinnung von Ressourcen anderer Länder ist. Aber Ressourcen und Besitztümer sind immer noch das eigentliche Ziel von Kriegen. Die Nation, die einen Angriffs- und Eroberungskrieg beginnen will, muss also die Illusion eines Angriffes oder einer Bedrohung kreieren, damit sie den Krieg beginnen kann. Sie muss ihrem Volk von Feiglingen immer einen Grund dafür liefern, diese aufwändig kreierte Illusion nicht zu hinterfragen.

Und die Profiteure des Systems schwingen weltweit die Peitschen über die ausgebeuteten und entrechteten Massen. Fakt ist aber, dass das System Kapitalismus am Ende ist. Er hat gegen den Sozialismus nicht gewonnen, sondern ist lediglich übrig geblieben mit all seinen Defiziten und seiner ihm eigenen Menschenfeindlichkeit. In Deutschland ging es nur so lange gut, weil wir mit dem Rheinischen Kapitalismus aka Soziale Marktwirtschaft der Bestie Grenzen gesetzt hatten. Seit dem Wegfall der DDR und dem Zusammenbruch des Ostblocks wurden die gesetzten Grenzen mehr und mehr aufgeweicht, teils bereits komplett eingerissen, da Deutschland als kapitalistischer Gegenentwurf zum Sozialismus nicht mehr gebraucht wurde. Das Ergebnis sehen wir schon heute: Raubbau an den Sozialsystemen, Verarmung, Verelendung und weitere Entrechtung der Massen, der Weg zu einer 80:20-Gesellschaft, in der 20% der Menschen auf der Sonnenseite stehen und 80% im Schatten. Die Siegermächte holen sich nun seit geraumer über die Finanzmärkte ihre Kriegskosten und Reparationen samt Zins und Zinseszins ab, allen vor an die USA.

Kurzum, McKinsey betätigt sich also in Deutschland und Europa erneut als Lobby der USA. Nachdem man nach einem gehörigen Raubbau an den Sozialsystemen soziale Rechte gegen willkürlich gewährte Almosen nach dem Prinzip der Tafeln ausgetauscht hat, um die Renditen an den Kapitalmärkten auf Kosten der Arbeitnehmer hoch zu halten und noch höher zu treiben, muss dieses Mal das Weltklima dran glauben. Zu große Investitionen europäischer Unternehmen in Klimaschutzmaßnahmen könnten ja schließlich die Renditen für die amerikanischen Kapitalmärkte und damit das gesamte kapitalistische System gefährden, das derzeit durch China sowieso schon ad absurdum geführt wird.

Fazit: Wenn jemand totalen Blödsinn redet, so ist die Betrachtung der Geldströme im Hntergrund und / oder die banale Frage “Cui bono?”, also “Wem nützt es?”, der beste Weg, zu realistischen und zutreffenden Antworten zu gelangen. Auch im Falle McKinsey.

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