Ein paar Worte an die Irren der Snob-Rallye Gumball 3000

Gumball 3000 ist der Name eines illegalen Auto-Rennens auf öffentlichen Straßen, das diverse gelangweilte Snobs seit 1999 veranstalten. Vorbild ist das Cannonball-Rennen in den USA, das auch in einigen Hollywood-Streifen thematisiert wurde. Einige Firmen wie Diesel, adidas, Red Bull, EBay, MTV, T-Mobile und Intel ließen sich gar zu Sponsorings hinreißen.

Was lange befürchtet wurde, ist nun im Rahmen dieser halsbrecherischen Veranstaltung vermögender Kurzschwänze mit übermotorisierter Unterleibsprothese in Mazedonien geschehen: unbeteiligte Bürger wurden verletzt und getötet. Die britischen Fahrer Nick Morley und Matthew McConville kollidierten nahe der albanischen Grenze mit ihrem weißem Techart Porsche 997 auf einer Landstraße mit einem roten Golf. Sie sollen zuvor in ihrer aufgemotzten Kiste mit rund 200 km/h auf der falschen Seite der Landstraße gefahren sein. Der Fahrer des Golfs starb nach der Kollision an einem Herzanfall. Seine Frau, die zunächst mit Rippenbrüchen und einem Lungenriss auf der Intensivstation lag, verstarb am 4. Mai 2007 ebenfalls. Die Fahrer hatten nicht einmal den Mumm im Leib, den Unfall zu melden und bis zum Eintreffen der Polizei am Unfallort zu bleiben. Ein russisches Fahrerteam soll Morley und McConville in ihrem BMW zur Flucht verholfen haben. Später wurden sie jedoch an der mazedonisch- albanischen Grenze verhaftet. Der Tatvorwurf lautet auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Unfallflucht. Die Rallye wurde erst mehr als 24 Stunden nach dem Unfall vom Gründer und Veranstalter, Maximillion Cooper, für beendet erklärt.

Zwischenzeitlich wurde der Unfallfahrer von einem Gericht in Struga im Schnellverfahren wegen „unterlassener Hilfeleistung für eine verletzte Person“ und „schwerer Gefährdung der Sicherheit im Straßenverkehr“ vorläufig zu 30 Tagen Haft verurteilt. Dieses Urteil sollte nach dem Tod der Frau aufgehoben und neu verhandelt werden. Man könnte noch die mindestens fahrlässige Tötung zweier Menschen bzw. eine fahrlässige Tötung und eine gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge draufsatteln, auf dass dieser Feigling einige Monate oder Jahre im mazedonischen Knast verschimmeln darf. Zudem sollte sich die britische Justiz auch den Veranstalter einmal vorknöpfen, denn dessen überaus einträgliches Geschäft ist es ja offenbar, Dritte zu strafbaren Handlungen im Straßenverkehr anzustiften. Vielleicht sollte Mazedonien ein Verfahren gegen Maximillion Cooper eröffnen und nach ergangenem Urteil einen Auslieferungsantrag an Großbritannien stellen.

Angeblich wollen die Fahrer der Familie des verstorbenen Mannes nun helfen. Bleibt die Frage, wie das aussehen soll. 120 Fahrzeuge nahmen an der Rallye teil und für jedes wurde eine Startgebühr von 41.000 Euro gezahlt. Das macht für den Veranstalter das erkleckliche Sümmchen von 4,92 Millionen Euro. Da jeder der Fahrer diesen Unfall hätte produzieren können, sollte es doch kein Problem sein, wenn diese noch einmal pro Kopf mindestens 41.000 Euro auf den Tisch legen und so der Familie des Hinterbliebenen ebenso knapp 5 Millionen Euro zufließen. Für die meist superreichen Fahrer ist das kaum mehr als der Gegenwert einer Wochenend-Sause auf Ibiza und somit aus der Portokasse zu zahlen. Damit könnten die Veranstalter und Fahrer, die sich durch die feige Fahrerflucht nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, zumindest einen Rest von Anstand und Verantwortungsbewußtsein zeigen.

Dieser Unfall mitsamt seinen Folgen wäre vermeidbar gewesen! Die deutsche Polizei hatte insgesamt 60 Fahrer der Gumball 3000 schon festgesetzt, die über Amsterdam aus London gekommen waren. Ziel der Fahrer war der Flughafen Hahn, wo ein Flugzeug auf den Transfer der Fahrer und Fahrzeuge nach Istanbul wartete. Aber was macht die deutsche Polizei? Anstatt diese durchgeknallten Teilnehmer eines illegalen Autorennens festzusetzen, wurde die Weiterfahrt zum Flugplatz Hahn in zwei durch die Polizei überwachten Konvois gestattet. Wegen des zu erwartenden Bußgelds mußten die Fahrer eine Sicherheitsleistung in Höhe von 420 Euro hinterlassen - lächerlich!

Es hätte genügend Mittel und Wege gegeben, den Wahnsinn schon an dieser Stelle zu beenden. Prinzipiell hätte man die Fahrer auf Grund ihrer zahlreichen und massiven Verstöße für untauglich einstufen können, ein Fahrzeug zu führen - Lappen weg! Im nächsten Schritt hätte man Zweifel an der Straßentauglichkeit und dem ordnungsgemäßen Zustand der Fahrzeuge erheben und diese einer zeitaufwändigen technischen Überprüfung beim nächsten TÜV unterziehen können. Da die Fahrzeuge als Werkzeug zum Begehen von Straftaten genutzt werden, hätte man die mörderischen Nobelhobel dann noch gleich beschlagnahmen können. Zwar ist es schon ein Fortschritt, wenn die Irren nur im gebändigten Konvoi mit der Polizei weiterfahren durften. Aber es stellt sich mir die Frage, inwieweit die Polizei derjenigen Länder, die nicht hart genug gegen diese Geisteskranken am Steuer eingeschritten sind, eine Mitschuld an dem tödlichen Unfall trifft, der so auch problemlos in den Niederlanden oder in Deutschland hätte passieren können.

Für die gelangweilen Snobs, die es für ihren “Kick” offenbar problemlos in Kauf nehmen, dass andere Menschen verletzt oder getötet werden, hätte ich einige alternative Ideen. Spielt Baseball mit scharfen und entsicherten Handgranaten. Übergießt Euch mit Benzin und zündet Euch an. Oder lauft doch einfach in Afrika über mit Landminen gespickte Landstriche. Es gibt jedenfalls genügend perverse Spielereien für Euren Geschmack, bei denen Ihr nur Euch selbst gefährdet und gegebenenfalls umbringt. Aber lasst verdammt nochmal unschuldige Dritte da raus!

2 Kommentare zu “Ein paar Worte an die Irren der Snob-Rallye Gumball 3000”

  1. Perspektive2010

    Die Hymne der JuLis: Westerwelle mit Stock im Arsch? (Satire)…

    Wer hat in seiner Schulzeit eigentlich nicht über die JuLis gelacht, die sich plötzlich für die Größten hielten, weil sie fortan in Hinterzimmern von Gaststätten irrelevante Diskussionen führten und parteiinterne Entscheidungen fällten, die kei…

  2. Von der Kurzsichtigkeit der Mächtigen, von Ausgrenzung und von der Notwendigkeit des Dialogs « Sozialliberal

    [...] einige wenige Reiche offensichtlich nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen (siehe Gumball 3000), auf der anderen Seite immer mehr Menschen Schwierigkeiten haben, ein Auskommen zu finden. Und [...]


Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Schließen
Powered by ShareThis