Klimawandel: Verheerende Wechselwirkungen in Alaska beobachtet
Meine Prognose, dass der Klimawandel schon bis 2010-2020 eine solch massive Wirkung entfalten könnte, dass es Millionen Menschen hinrafft, wurde von manchem kritisch oder gar als vermeintliche Panikmache beurteilt.
Nun ist aber am Columbia-Gletscher in Alaska ein Teufelskreis beobachtet worden, der die Klimaerwärmung auch ohne weiteres Zutun der Menschen weiter befeuern könnte:
Aus dem gefrorenen Boden der Arktis, der über Tausende von Jahren große Mengen Kohlendioxid aus der Erdatmosphäre aufgenommen hat, entweicht seit dem Temperaturanstieg in großen Mengen Kohlendioxid. Statt wie über Jahrtausende hinweg die Erdatmosphäre zu entlasten, verschlimmert das Abtauen des Permafrostbodens die Situation noch weiter.
Steve Hasting beschreibt einen Teufelskreis: “Wenn immer mehr Kohlendioxid aus dem Tundraboden in die Luft entweicht, erhöht sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Das Schlimmste aber ist, dass sich der Effekt selbst verstärkt: Mehr Kohlendioxid in der Luft bedeutet mehr Wärme. Dann taut noch mehr Permafrostboden. Das wiederum führt zu noch mehr Ausstoss von Kohlendioxid, dadurch wird es wärmer und wärmer und wärmer.â€
Genau solche Wechselwirkungen meinte ich, als ich davon sprach, dass die heutigen Klimamodelle unzuverlässig und defizitär seien und man eher von einem weitaus negativerem Szenario ausgehen müsse, als man es heute prognostiziert. Diese Wechselwirkungen gibt es nicht nur zwischen (Permafrost-) Boden und Atmosphäre, sondern auch zwischen den Ozeanen und der Atmosphäre, die Vegetation spielt ebenfalls eine Rolle etc.pp.
Ich habe auch bereits darüber geschrieben, dass eines der Hauptübel, das uns vom Einleiten globaler Schritte gegen den Klimawandel abhält, der Kapitalismus mit seinem Zinsdruck und Wachstumszwang in einer Konkurrenz-Wirtschaft ist. Solange es im aktuellen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem wichtiger ist, billig in China zu produzieren und jährlich unzählige Tonnen an Waren um die halbe Welt zu schicken, anstatt regional vor Ort etwas teurer zu produzieren, werden wir jedenfalls nicht weiterkommen. Die massive Verteuerung des internationalen Warentransports könnte jedenfalls einiges dazu beitragen, dass regionale Produktionsstätten wieder lukrativer werden als das Ergebnis von Kinderarbeit, menschenunwürdigen Produktionsbedingungen und Menschenrechts- Verletzungen in China einzukaufen. Gleichzeitig könnten so die zahlreichen sozialen Probleme aus der Globalisierung abgemildert oder mittelfristig gar komplett abgefedert werden. Einer der ersten Artikel auf diesem Blog befasste ich mit der Bändigung der Globalisierung und hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
Ich bin jedoch realistisch genug, dass auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm keine richtungsweisende Entscheidung in Sachen Klimaschutz fallen wird. Es sind die Völker, die ihre Regierungen einem entsprechend hohen Druck aussetzen müßten, um Fortschritte zu erzielen - nicht nur beim Klimaschutz, sondern auch durch ein weltweit zugesichertes wirtschaftliches Existenzrecht für jeden Menschen.


am 28. Mai 2007 um 10:31:23 Uhr.
Kapital lässt Permafrostboden schmelzen…
Der Permafrostboden ist ja eher was für die Geologen. Aber seit Frank Schätzings Erfolgsroman “Der Schwarm” wissen inzwischen einige Zeitgenossen mehr (zumindest die, die Romane lesen) von der Existenz des Dauerfrostbodens.
Der “Pe…