Ölverschmiertes Gefieder

In diesem Beitrag soll es ausnahmsweise nicht um ölverschmierte Seevögel gehen, deren Gefieder vom ausgelaufenen Erdöl eines Supertankers verklebt wird, sondern um das menschliche Haar. In meiner kulturellen Szene sind lange Haare bei Männern üblich und so habe auch ich mittlerweile eine Haarpracht, die beinahe die Bezeichnung arschlang verdient hat. Seit einiger Zeit merke ich jedoch, dass die Haarfarbe sich immer schneller und stärker am Ansatz rauswäscht und ich zudem unter Knotenbildung beim Kämmen leide.

Über eine gute Bekannte bin ich dann auch etwas aufmerksam gemacht worden, das in der Industrie rund um Haarpflegemittel wohl sehr häufig zum Einsatz kommt: Silikon, ein Erdölprodukt, das die meisten Leute wohl sonst nur zum Einsetzen /Abdichten der Fensterverglasung nutzen. Jedenfalls folgte ich diesem Hinweis und einem Link in das Forum XXL-Haar. Ich startete eine Suche nach dem Begriff Silikon und wurde auch sogleich fündig. Silikon ist offenbar in verdammt vielen Shampoos, Spülungen und Kuren enthalten und alleine das ist es, was das Haar so glatt und ach so gut kämmbar macht. Das Problem ist jedoch, dass das Silikon angegriffenes Haar lediglich zukleistert und so glatt macht. Darunter gehen die Haare mit der Zeit immer mehr kaputt und durch die Beschichtung der Haare mit dem Kunststoff Silikon hält irgendwann auch keine Haarfarbe mehr. In meinem Wella Pflegebalm vom Friseur, der mich immer 16-18 Euro je Flasche und Monat kostet, sind Cyclomethicone und Amodimethicone drin - beides Silikone.

Das ganze Geschwafel in der Werbung, dass angeblich Proteine und Vitamine das Haar pflegen und glätten, können Sie getrost vergessen. Diese Stoffe sind im Vergleich zu Silikon nur marginal in den Pflegeprodukten enthalten. Die Hauptwirkung entfaltet das Erdölprodukt Silikon in Ihren Haaren. Daher kommt auch häufig die Empfehlung, nach der Anwendung von Kuren oder Pflegebalms das Haar zu föhnen: Durch die Hitze verbindet sich das Silikon besonders gut mit dem Haar.

Eines der wenigen Shampoos, das - neben Naturkosmetik - offenbar ohne Silikon auskommt, soll Schauma Samt und Seidig sein. Das werde ich in den nächsten Wochen einmal testen und alle anderen Pflegeprodukte unbenutzt lassen. Sollten Sie in Ihren Pflegeprodukten irgendwelche Stoffe mit der Endung -cone entdecken, so handelt es sich dabei ebenfalls um Silikon. Zudem gibt es im Forum von XXL-Haar diverse Rezepte für selbstgemachtes Shampoo aus Bestandteilen wie Joghurt, Ei und Honig, Pflegeölen und einer Art Silikonentferner mit der Bezeichnung saure Rinse. Jedenfalls habe ich keine Lust, mir weiter für teures Geld lediglich Kunststoff ins Haar zu schmieren und damit langfristig die Haarsubstanz zu zerstören. Dazu war die bisherige Zucht der Mähne zu mühselig.

Ein weiteres Problem sollen aggressive Tenside sein, die das Haar angreifen, trocken und spröde machen. Aber dazu muss ich mich noch etwas tiefer in das Thema einlesen, was ich auch jedem meiner Leserinnen und Leser empfehle, wenn bei ihnen die Haarfarbe nicht hält, die Kopfhaut juckt oder das Haar besonders widerspenstig ist. Oft lautet der Grund dafür schlichtweg Silikon.

Ein Kommentar zu “Ölverschmiertes Gefieder”

  1. Perspektive 2010 » Blog Archive » Linktipp: Codecheck

    [...] vor allem bei Pflegeprodukten, über Inhaltsstoffe hinters Licht geführt werden, z.B. mit Silikon in Haarpflege- Produkten, welches die Haare vermeintlich glatt macht, aber sie eigentlich nur zukleistert, während [...]


Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Schließen
Powered by ShareThis