Mal ehrlich, liebe Bundeswehr…

Wer soll eigentlich ernsthaft daran glauben, dass - natürlich rein zufällig - jene Geheimakten bei einem angeblichen Fehler des Backups zerstört wurden, die möglicherweise pikante Daten über den Fall des verschleppten Murat Kurnaz enthielten? Sorry, aber dafür wurden in deutschen Regierungsbehörden schon zu oft Daten und Akten vernichtet, die für Politiker problematisch hätten werden können. Sei es die großangelegte Aktenvernichtung hinsichtlich der Leuna-Affäre der CDU und Helmut Kohl oder aber auch die Zerstörung von Daten am Ende von Rot-Grün unter Gerhard Schröder. Wer soll Euch noch glauben?

Es gibt heute Firmen wie Ontrack, die teilweise sogar noch Daten von Datenträgern wiederherstellen können, die bei Hochwasser überflutet wurden und über Wochen im Schlamm lagen. Da soll es nicht möglich gewesen sein, Bänder, die angeblich wegen eines Defekts des Backup-Roboters nicht mehr lesbar gewesen seien, von einer solchen Firma wiederherstellen zu lassen? Unwahrscheinlich. Noch unwahrscheinlicher, dass man solche Daten einfach ohne Rettungsversuche vernichtet und davon keine mehrfachen Backups hat. Wir reden hier von der Bundeswehr und nicht von einer inkompetenten Hinterhof-Klitsche!

Eher geht es wohl darum, dass Mitarbeiter der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums geschützt werden sollen, während man die Position von Murat Kurnaz schwächt, beispielsweise bei Forderungen nach Schmerzensgeld / Schadenersatz für die erlittene Gefangenschaft und Folter, während deutsche Politiker sehr wahrscheinlich davon wußten und nichts dagegen unternahmen. Dass auch erst dann von einer angeblichen Datenpanne gesprochen wurde, als man - natürlich wieder rein zufällig - Daten zum Fall Kurnaz anforderte, rundet die Sache ab.

Ich glaube eher an die Unschuld einer Prostiuierten als daran, dass dies eine Datenpanne gewesen soll:

Der lässige Umgang der Verantwortlichen mit den “Datenpannen” trägt denn auch nicht dazu bei, solche Bedenken zu zerstreuen, sondern lässt es zusätzlich an Transparenz mangeln. Der Bürger wähnt sich langsam in einer Bananenrepublik, in der Korruption und Unfähigkeit Hand in Hand gehen – für den Rechtsstaat in Deutschland ein Armutszeugnis, für den Bürger ein Grund, sich mehr denn je zumindest innerlich von Deutschland zu verabschieden. Diese innere Abkehr vieler dürfte für die innere Sicherheit auf Dauer gefährlicher werden als die Gefahr von Außen, da der Demokratie nach und nach das Fundament verloren geht, welches durch den Bürger gebildet wird. 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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