Was die Deutschen und Europa niemals vergessen sollten

Nachdem die Großunternehmer in der Endphase der Weimarer Republik nur vereinzelt zur Finanzierung der NSDAP beigetragen hatte, flossen Industriegelder ab 1933 reichlich. Großindustrieelle wie Fritz Thyssen, Albert Vögler, der sich noch im November 1932 an einer Unterschriftenliste bedeutender Industrieller gegen Hitler beteiligt hatte, oder Emil Kirdorf füllten nunmehr die durch aufwändige Propaganda erschöpfte Parteikasse wieder auf. Diese Industriespenden wurden als Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft institutionalisiert und nahmen bald den Charakter einer Zwangsabgabe an. Allerdings erhielten die Industrieellen, wie von ihnen erhofft, durch ihre finanzielle Unterstützung diverse Vorteile. Für die Erfüllung von Hitlers Plan nach Kriegsfähigkeit der Wirtschaft und Einsatzfähigkeit der Wehrmacht wurde nicht nur die Rüstungsindustrie stark vorangetrieben. Vor allem auch Konzerne wie IG-Farben waren vonnöten, um die synthetische Herstellung von Buma (Kautschuk-Ersatz) oder Benzin zu ermöglichen. Dadurch hatten die Industrieellen nicht unerheblichen Einfluss auf Hitler, da er zum einen auf ihre finanzielle Unterstützung angewiesen war, aber zum anderen auch die von ihnen hergestellten Produkte benötigte, um seine Politik wie geplant voranzutreiben. Da sich die Ziele der Industrie (Steigerung der Produktion) aber von Hitlers Zielen (Rüstung, Kriegsfähigkeit) nicht großartig unterschieden, kam eine Zusammenarbeit ohne große Auseinandersetzungen zustande. Auch in Österreich, nunmehr als Ostmark, wurde die NSDAP gegründet.

Wikipedia-Eintrag zur NSDAP

Ich bin mir sicher, auch heute würden Industrie, Wirtschaft und die Anhänger der neoliberalen Ersatzreligion ohne Zögern sofort wieder einem faschistischen Führer zujubeln, wenn er ihnen noch höhere Gewinne, noch mehr Renditen und noch billigere Arbeitskräfte, z.B. durch Zwangsarbeiter, verspräche. Wir sollten die häufig unverschämten und maßlosen Forderungen der Wirtschaft deshalb als das betrachten, was sie sind: Forderungen von potentiellen Faschisten, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind und dafür auch auf Menschenleben scheissen keine Rücksicht nehmen. Damals finanzierten solche Leute die NSDAP, heute die INSM, den BürgerKonvent oder den Konvent für Deutschland. Parallelen in Programmatik und Sprache sind da natürlich rein zufällig…

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