Kampagne gegen Kinderarmut
Das Erwerbslosenforum weist darauf hin, dass der Regelsatz des ALG2 nur 2,28 Euro für die Ernährung von Schulkindern bis 14 Tagen enthält. Damit wird der Wachstumsbedarf bei Schulkindern ab 6 Jahren ignoriert, Mangelerscheinungen und chronische Erkrankungen im Erwachsenenalter werden die Folge sein. Für die Einschulung und mit dem Schulbesuch verbundene Kosten sind im Regelsatz exakt Null Euro vorgesehen:
Schulkosten können allein deswegen schon nicht im Regelsatz enthalten sein, weil der Regelsatz mit Schuleintritt auf Grund der höheren Kosten für die Schule steigen müsste, es aber nicht tut.
Doch das ist noch nicht alles, viele Schulkinder hungern offenbar:
Ein Berliner Schulleiter erklärte am 28.06.2007 in der Sendung Kontraste in der ARD, dass oft nur ein Drittel der Kindern von Ganztagsschulen am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen, Dann gäbe es noch die Kinder, die etwas von zu Hause mitbringen und “die Kinder, die schlichtweg hungern.”
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Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung erklärte in der Kontraste-Sendung:“Nach den Budgets, die es heute für Hartz IV-Familien gibt, ist es nicht möglich, die Kinder gesund zu ernähren.”
Aber da stellen sich Horst Seehofer und Ursula von der Leyen vor die Kameras der Medien und erzählen, sie wollten etwas gegen Übergewicht und vor allem übergewichtige Kinder tun. Was denn? Sie abschießen wie entführte Flugzeuge? Oder übergewichtige Kinder als “Gefährder” in SSchäuble-Manier internieren? Man sollte sich übrigens nicht davon täuschen lassen, wenn arme Kinder häufig übergewichtig sind, denn die Kombination aus falscher und mangelnder Ernährung begünstigt Übergewicht, so dass viele denken, es gehe ihnen gut. Tatsächlich liegt hingegen eine Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Eiweiss, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen vor.
Damit die Regelsätze endlich der Wirklichkeit angepasst werden, wurde die Kampagne gegen Armut 2007 gestartet, welche insbesondere die Kinderarmut thematisiert. Wir sollten es nicht länger dulden, dass in unserer Mitte Menschen und vor allem Kinder derart massiv ausgegrenzt werden. Eine Gesellschaft, in der auf der anderen Seite verwöhnte Erben und skrupellose Börsenzocker in rollenden Klimakillern im Wert einer Eigentumswohnung herumfahren können, sollte man es sich auch leisten können, dass auf der anderen Seite jedes Kind zumindest menschenwürdig aufwachsen kann, wenn es schon nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurde.
In unserer reichen Gesellschaft ist Armut etwas, für das wir uns ALLE schämen sollten, weil sie davon zeugt, dass die Politik falsche Prioritäten setzt oder sich von den Unternehmen und Vermögenden Entscheidungen abpressen läßt, welche das Solidarprinzip, dass breitere Schultern mehr tragen sollen als schmale Schultern, aushebelt. Diverse neoliberale Lobbys und Think Tanks wie die INSM oder der Konvent für Deutschland forcieren genau diese Art der neoliberalen, asozialen und menschlich eiskalten Politik, die zwecks Lohndumping die Bedrohung von Armut, Obdachlosigkeit und Kinderarmut erhöht. Diese Organisationen erklären der Masse der Menschen unseres Landes Tag für Tag erneut den Krieg, weil sie den eigenen gierigen Schlund nicht voll bekommen und immer mehr für sich wollen - auch von den Kindern der Ärmsten. Verachtenswert!


am 25. September 2007 um 02:08:11 Uhr.
[...] sozialen Kahlschlag und mehr Sozialdarwinismus bevorstehen, wie es in Deutschland inklusive Kinderarmut und verhungernden Arbeitslosen schon vorangetrieben [...]