Geldmaschine Brustkrebs-Hysterie (Update)

Ich fahre mehrmals pro Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Köln und Bonn umher und in Köln-Rodenkirchen gibt es ein Zentrum für Therapie und Diagnostik, bei dem es sich um eine Gemeinschaftspraxis mehrerer Ärzte für Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin handelt. An sich eine gute Sache, da so belastende Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelungen wesentlich belastungsfreier und oft wesentlich detaillierter durch eine CT-Colonographie ersetzt werden könnten. Könnten, denn solche Leistungen zahlt die Krankenkasse in der Regel nicht. Lieber sollen die Patienten weiter literweise Salzlösung saufen und sich einen Schlauch reindrücken lassen. Die Folge sieht so aus, dass die Darmkrebs-Vorsorge in Deutschland so gut wie gar nicht existent ist und jedes Jahr Tausende Männer und Frauen an Darmkrebs krepieren. Ich will nicht wissen, wie viele teure Krebsbehandlungen sich die Krankenkassen sparen könnten, würde in Sachen Darmkrebs auf moderne und belastungsarme Diagnosemethoden umgeschwenkt wie man es beim Modethema Brustkrebs getan hat.

Daher hat die Praxis sich offenbar ganz auf die Brustkrebs-Hysterie gestürzt, denn außen wirbt man massenhaft mit Dingen wie einer Mammographie Screening Programm- Leuchtreklame mit entsprechenden Kurven:

Mammographie Screening Programm

Aber das ist noch nicht alles. Zum Bahnsteig hin gibt es einige Plakate hinter Glas, welche die schreckhaften Weibchen dazu veranlassen sollen, die millionenschwere Praxisausstattung in die Rentabilität zu führen:

Plakate Mammographie

“Weil sie ein Teil VON MIR SIND” heißt es da auf sechs oder mehr Plakaten, auf denen debil grinsende Weibchen mittleren bis gehobenen Alters abgebildet sind. Man stelle sich einmal die gleiche Werbung für Hodenkrebs mit Männern vor. Oder für Darmkrebs, vielleicht kombiniert mit der Abbildung eines Arschlochs (ich meine ausnahmsweise das Körperteil, nicht Victory- Ackermann) und dem Spruch Weil es ein TEIL VON MIR IST. Unvorstellbar, oder?

Laut Wikipedia sterben in Deutschland jedes Jahr 20.000 bis 30.000 Menschen an Darmkrebs. Gleichzeitig starben, beispielsweise im Jahr 2005, gut 17.000 Frauen an Brustkrebs. Wird deshalb für Darmkrebs-Vorsorge eine ähnliche Kampagne gefahren wie beim Thema Brustkrebs? Nein. Denn da sterben ja auch und sogar vorrangig Männer dran. Da dürfen wir Männer wahrscheinlich schon froh sein, dass Alphaweibchen Susan Stahnke sich einer Darmspiegelung unterzog und die Bilder davon im TV veröffentlicht wurden. Wahrscheinlich war dies noch ihr intellektuell höchstwertiger Auftritt im deutschen Fernsehen.

Halten wir also fest: Es sterben mehr Menschen an Darmkrebs als an Brustkrebs, dennoch werden moderne Untersuchungsmethoden nur für die Brustkrebs-Vorsorge bezahlt. Hier herrscht keine Zwei Klassen-Medizin, sondern eine Zwei Geschlechter-Medizin, bei der die Männer eindeutig diskriminiert werden, wie auch schon Arne Hoffmann auf seinem geschlechtspolitischen Genderama berichtete. Auch die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Prostatakrebs ist vergleichbar hoch wie bei Brustkrebs, aber auch da suchen wir entsprechend umfassende Programme wie beim Frauenthema Brustkrebs vergeblich, beim Thema Hodenkrebs dito. Mann darf also entweder aus der eigenen Tasche draufzahlen oder abkratzen – das nennt sich bei Feministinnen und selbstherrlichen Alphaweibchen Gleichberechtigung. Vielleicht sollte man dieser Spezies mal ein paar Leute mit künstlichem Darmausgang zeigen, damit sie mal wieder von dem Trip runterkommen, ihre Brüste seien der Mittelpunkt des Universums.

Update:
Im Politblog wird ebenfalls über das Thema Brustkrebs und Geldschneiderei berichtet. Gert Flegelskamp zitiert dazu einen Artikel aus dem Ärzteblatt zur Fortschrittsfalle im Gesundheitssystem.

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