Hilmar Schneider (IZA Bonn) rührt die Werbetrommel für Zwangsarbeit
Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) war schon mehr als einmal Thema dieses Blogs. Dort sitzen unter Klaus Zumwinkel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post World Net, und Klaus Zimmermann vom DIW Berlin diverse neoliberale Hanserl mit akademischen Titeln herum, die der deutschen Wirtschaft mal wieder Zwangsarbeiter zuschanzen wollen wie zu den “besten Zeiten” der deutschen Industrie im Dritten Reich. Subtil agitieren sie gegen den Sozialstaat und Wohlfahrt, weil sie über den Umweg des Workfare-Konzepts an die Zwangsarbeiter kommen wollen, von deren Produktivität für lau so mancher alter Sack von Schlotbaron noch heute feuchte Träume bekommen dürfte, wenn er an die “Wohltaten seines Führers” für die deutsche Industrie denkt.
Finanziell gefördert wird das Institut zur Zukunft der Arbeit von der Deutsche Post-Stiftung. Durch den Anschluss an die Uni Bonn stellt man sicher, dass der neoliberale Inzest unter Volkswirtschaftlern nicht von abweichenden Meinungen und Positionen verunreinigt wird, vielleicht gar von Vertretern der bösen, bösen nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Die Positionen und damit auch Ziele des IZA sind jedenfalls klar:
Zu den – teils kontrovers diskutierten – Reformvorschlägen des IZA für den deutschen Arbeitsmarkt zählen das Workfare-Konzept als Alternative zum Kombilohn-Modell, die Ablehnung der flächendeckenden Einführung von Mindestlöhnen, flexiblere (längere) Arbeitszeiten, die Lockerung des Kündigungsschutzes sowie die Anhebung des Renteneintrittsalters. Darüber hinaus fordert das IZA eine stärkere Berücksichtigung ökonomischer Aspekte im Zuwanderungsgesetz.
Kurzum, es ist die ganze übelriechende Suppe des gelb-braunen Neoliberalismus und Sozialdarwinismus, die beim Institut zur Zukunft der Arbeit auf der Agenda steht. Objektive Wissenschaft oder in irgendeiner Form sinnvolle Ergebnisse braucht man von diesem “Institut”, das wohl eher eine weitere Agentur für neoliberale Propaganda nach dem Vorbild der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sein dürfte, nicht zu erwarten. Angesichts der personellen Besetzung trommeln da lediglich mal wieder Arbeitgeber und deren Lobbyisten / Mietmäuler mit pseudo- wissenschaftlichen Arbeiten einseitig und gesellschaftsschädlich für Arbeitgeber- Interessen. Insofern ist da eine gewisse Ähnlichkeit zum Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) gegeben.
Nun rührt Hilmar Schneider, der schon einmal forderte, Arbeitslose zu versteigern wie man im Altertum Sklaven verkaufte, einmal mehr die Werbetrommel für die Koppelung von Hartz IV an Gegenleistungen der Hilfeempfänger:
Wer Geld bekommt, weil er bedürftig ist, muss der Gesellschaft etwas zurückgeben, indem er eine gemeinnützige Tätigkeit ausübt.
Komisch, ich erinnere mich trotz vergleichsweise jungen Alters an Zeiten, ich glaube, es waren die 80er und 90er, da wurden Bedürftige unterstützt, damit sie bald wieder auf eigenen Beinen stehen konnten. Da gaben sie der Gesellschaft durch die Zahlung von Steuern und Sozialabgaben vom Gehalt ihres neuen Jobs etwas zurück. Vielleicht verdrängen neoliberale Idioten Ideologen wie Hilmar Schneider es gerne, dass Hilfsbedürftige jedwede Hilfe für den Weg zurück in ein eigenständiges und unabhängiges Leben brauchen und nicht bloß dazu da sind, als Sündenböcke für Unfähigkeiten des Managements und der Politik herzuhalten oder billige Arbeitssklaven für die Wirtschaft zwecks optimierter Ausbeutung und Rekord-Renditen zu spielen. Schneiders Geschwafel geht in die Richtung von Franz Münteferings (früher SPD, heute neoliberale Einheitspartei Deutschlands) Ergüssen á la “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”. Wie praktisch, dass auch das Politblog sich aktuell mit den Folgen neoliberaler Politik, vor allem der in der Breite wachsenden Armut, beschäftigt. So kann ich ein Zitat aus den Kommentaren verwenden, um Hilmar Schneider angemessen zu beschreiben:
“Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen†ist ein faschistischer Spruch. Die Nazis nannten solche Leute “unnütze Esser†oder “lebensunwertes Lebenâ€. Weit sind die neoliberalen Strukturen heute davon leider nicht mehr entfernt.
Ich bin mir sicher, hätte Hilmar Schneider noch mehr Haare auf dem Kopf, würde er den Scheitel streng rechts tragen. Und ich bin mir ebenso sicher, dass er die perfiden Pläne der globalen Eliten für vollkommen harmlos und legitim hält im Namen der neoliberalen Götzen Wachstum und Rendite.


am 14. August 2007 um 18:44:58 Uhr.
[...] einschlägig als neoliberal, arbeitnehmer- und gesellschaftsschädlichen Think Tank, dem Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) unter Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel. Dort hat man es sich auf die Fahnen geschrieben, gegen [...]
am 20. September 2007 um 00:59:25 Uhr.
[...] und Krieg. Nicht umsonst trommeln Ihre Genossen im Geiste vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)Â so sehr für das Workfare-Konzept, das auch nichts weiter als eine verkappte Forderung nach [...]
am 13. November 2007 um 14:51:59 Uhr.
[...] Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA Bonn) ist, welches sich für die Einführung des Workfare-Prinzips und der Zwangsarbeit im deutschen Sozialstaat einsetzt. “Wir waren auf einem guten [...]
am 15. November 2007 um 00:43:10 Uhr.
[...] als lästig empfunden werden, während man sich bis heute die recht- und kostenlosen Zwangsarbeiter aus dem Dritten Reich zurückwünscht, ist aber nicht [...]
am 5. Januar 2008 um 20:26:15 Uhr.
[...] so beliebte Konzept, dass Empfänger von staatlichen Hilfsleistungen zu unentgeltlicher Zwangsarbeit im Namen der Götzen von Kapital und Wirtschaft verpflichtet werden sollen. Auf diesem Wege [...]
am 17. Januar 2008 um 12:17:11 Uhr.
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