Nicolas Sarkozy läßt Obdachlose vergasen

Wer aufmerksam die tendenzielle Berichterstattung in den Massenmedien verfolgt, der hat schon lange erkannt, dass sozial schwache Menschen für unsere perversen Eliten die Juden, Zigeuner und Überflüssigen des 21. Jahrhunderts sind, die sie auf dem Weg zur 20:80-Gesellschaft als Ungeziefer, Schädlinge und “unnütze Esser” betrachten und möglichst unauffällig ausrotten wollen. Je schwächer diese Menschen sind, desto mehr Angriffen von Medien, Ordnungsbehörden, Polizei, Justiz und Politik sind sie ausgesetzt. Bevorzugte Opfer für menschenverachtende Experimente sind die Schwächsten unter ihnen, z.B. Obdachlose. Georges Mothron, der Bürgermeister von Argenteuil und Mitglied in der Partei von Frankreichs Bush-Plagiat Nicolas Sarkozy (UMP), gab kürzlich seinen Beamten die Anweisung, Obdachlose mit einem übelriechenden Gas aus dem Stadtzentrum zu verjagen. Dieses Gas stinkt allerdings nicht nur, sondern ist sehr wahrscheinlich auch gesundheitsschädlich, indem es die Schleimhäute der Augen und Atemwege reizt. Wer ohnehin schon keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, wird unter solchen Angriffen mit gesundheitsschädlichen Substanzen am meisten zu leiden haben.

Nur den Angestellten der Stadtverwaltung von Argenteuil und deren Zivilcourage ist es zu verdanken, dass die gasgetriebene Hetzjagd gegen Obdachlose nicht stattfand:

“Machen nicht Jagd auf Wohnungslose”
“Wir wollen gern Jagd auf Ratten machen, aber nicht auf Wohnungslose”, wurde ein Beamter der Stadtverwaltung am Samstag in der Zeitung “Le Figaro” zitiert. “Auf dem Behälter steht, dass das Mittel irritierend ist und nicht eingeatmet werden soll.”

Einmal kam das Gas laut den Berichten bereits zum Einsatz. Es soll bei den Notausgängen eines Einkaufszentrums versprüht worden sein, wo Obdachlose sich oft aufhalten. Sie sollen danach über “gereizte Kehlen” und “Schmerz in den Augen” geklagt haben.

Mir stellt sich die Frage, ob dies auch in Deutschland möglich wäre. Also nicht die Hetzjagd gegen Obdachlose und andere sozial Schwache mit Reizgas, denn die halte ich hier nach Jahren neoliberaler Propaganda á la INSM inzwischen für jederzeit möglich. Nein, ich meine, ob es möglich wäre, dass deutsche Beamte sich auch gegen solche menschenverachtende Anweisungen stellen und sie gar noch publik machen wie die Angestellten der Stadtverwaltung Argenteuil. Da habe ich leider so meine Zweifel, denn laut zahlreicher Quellen wurden ja selbst im Dritten Reich “nur Anweisungen” befolgt und keine Gesetze gebrochen. Die Radfahrer-Mentalität  - nach oben buckeln, nach unten treten - ist in der deutschen Verwaltung ja bekanntlich besonders stark ausgeprägt.

Philippe Metezeau, Vertreter von Georges Mothron, gibt an, dass die Obdachlosen angeblich ein Sicherheitsproblem seien und die Stadtbewohner beeinträchtigen würden:

Sein Vertreter Philippe Metezeau sprach jedoch von einer nötigen und hoffentlich wirksamen “traurigen Lösung”, da Obdachlose ein Sicherheitsproblem bedeuten und die Stadtbewohner beeinträchtigen würden.

Natürlich kommt Metezeau nicht auf die Idee zu fragen, wohin denn Obdachlose gehen sollen, wenn sie aus dem Stadtzentrum vertrieben werden, wo sie - vor allem im Herbst und Winter - in Hauseingängen, Einkaufspassagen und Metro-Stationen übernachten oder zumindest mit Betteln halbwegs überleben können. Vielleicht ist es in der UMP ja interne Agenda, dass Obdachlose und andere sozial Schwache doch einfach erfrieren oder verhungern sollen, wenn sie sich schon nicht bei Zwangsarbeit für die kapitalistischen Götzen verwerten lassen - die Agenda 2010 läßt grüßen. Anstatt die sozialen Probleme zu betrachten und zum Vorteil aller anzugehen, werden Menschen zu Problemen abgestempelt, vom Staat unterdrückt und terrorisiert. Auch in Deutschland, z.B. in Düsseldorf, fühlen sich die Stadtbewohner auf noblen Einkaufsmeilen wie der Königsallee “Kö” von Obdachlosen beeinträchtigt und die dort niedergelassenen Geschäftsleute würden diese Menschen wohl auch sofort mit Reiz- oder Kampfgas bekämpfen, damit die Pelz tragenden Gattinnen von Industriellen und dekadenten Millionärskinder dort noch mehr Geld auf den Kopf hauen, wenn sie nicht durch gesellschaftliche Realitäten vom anderen Ende der sozialen Skala belästigt würden.

Nun hat also auch Frankreich in Gestalt von Nicolas Sarkozy seinen Gerhard Schröder für den Rechtsruck des etablierten Parteienspektrums  bekommen, den die Umsetzung der undemokratischen und menschenfeindlichen Lissabon-Strategie benötigt. Ich wünsche den Franzosen, dass sie nicht ihr Mut und ihre Kraft zum Widerstand verläßt, die sie seit 1789 immer wieder eindrucksvoll bewiesen haben. Vielmehr sollten auch wir Deutschen uns eine dicke Scheibe von diesem Mut und der Tatkraft der Franzosen abschneiden, wenn beispielsweise mal wieder ein neoliberaler Minister wie Wolfgang Clement (SPD) Arbeitslose pauschal als Schmarotzer und Parasiten verunglimpft oder ein von der Bertelsmann-Stiftung “beratener” Bundeskanzler- Darsteller, an dem nicht nur die Haarfarbe, sondern noch viel mehr die Gesinnung falsch ist, diffamierend vom Ausruhen in der sozialen Hängematte und dem nicht vorhandenen Recht auf Faulheit spricht. Genau dann sollten wir als Volksgemeinschaft unseren Mut zusammen nehmen und unsere Kräfte bündeln, um die politisch gewollte Ausgrenzung der Schwachen zu verhindern und diese verlogenen Sprachrohre der Wirtschaft und Speichellecker der neoliberalen Einheitspartei zum Teufel  zu jagen.

Holen wir uns dieses Land und unseren Anteil am Wohlstand zurück! 

Ein Kommentar zu “Nicolas Sarkozy läßt Obdachlose vergasen”

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