Der Fall Madeleine (II)
Im Juni hatte ich bereits darüber berichtet, dass ich die britischen Eltern der in Portugal verschwundenen Madeleine und deren Verhalten für verdächtig halte. Inzwischen gehen wohl auch die Behörden in Portugal davon aus, dass die Eltern mehr wissen könnten, als sie bisher ausgesagt haben. Und es gibt noch mehr Indizien. Einerseits wäre da der Punkt, dass die Eltern von Madeleine beide als Ärzte tätig sein sollen. Zudem gab es irgendwo eine Meldung, wonach die Eltern ihren Kindern Beruhigungsmittel gegeben haben sollen, um ungestört essen gehen zu können. Es ist wohl nicht falsch anzunehmen, dass auch in Großbritannien Ärzte, die ihren Kindern unnötigerweise Beruhigungsmittel verabreichen, Probleme mit der Ärtzekammer oder ihrem Arbeitgeber bekommen könnten. Außerdem sollen die McCanns sehr streng katholisch sein. Ganz gleich, ob aus beruflichen oder religiösen Gründen, es wäre in jedem Fall relativ normal, wenn die Eltern von Madeleine angesichts dieser Umstände vor sich selbst und anderen leugneten, dass ihre Tochter tot ist und sie vielleicht – sei es auch nur aus grober Fahrlässigkeit – dafür (mit-) verantwortlich sind. Ein solcher Vorfall ist ein Schock für Eltern, der erst zu massiven Selbstvorwürfen und zum Selbstschutz anschließend zur Realistätsverleugnung führen kann.
Hoffen wir, dass der Fall sich bald aufklärt, vielleicht mit einer klärenden Aussage, die aus einem der beiden hervorbrechen könnte, wenn man diese getrennt vernimmt und auf mögliche Ungereimtheiten von Aussagen des anderen aufmerksam macht.

