Hans-Olaf Henkel und die Nazi-Sprache
Hans-Olaf Henkel, seines Zeichens Ex-BDI-Präsident und aktuell zusammen mit Roman Herzog und diversen neoliberalen Hetzern gegen Sozialstaat und Menschenwürde im Konvent für Deutschland vereint, wirft Oskar Lafontaine (Die Linke) in der Welt die Verwendung von Nazi-Sprache vor:
Der Vorsitzende der Linksfraktion bediene sich des Sprachgebrauchs der Nationalsozialisten, findet Ex-BDI-Präsident Henkel. Auch Hitler habe ja “eine Art Sozialismus” gewollt. Und überhaupt befinde sich Deutschland nach einem Linksruck derzeit auf dem Weg in einen “Neosozialismus”.
Lieber Herr Henkel, nicht überall, wo Sozialismus draufsteht, ist Nationalsozialismus drin. Wobei ich noch der Überzeugung bin, dass sie den Nationalsozialismus insgeheim toll fanden: kostenlose Zwangsarbeiter, massive staatlich generierte Nachfrage und explodierende Gewinne durch Autobahnen und Krieg. Nicht umsonst trommeln Ihre Genossen im Geiste vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)Â so sehr für das Workfare-Konzept, das auch nichts weiter als eine verkappte Forderung nach staatlich finanzierten Zwangsarbeitern darstellt.
Und woran merkt man, dass ein asozialer neoliberaler Großkapitalist keine sachlichen Argumente hat? Genau, er packt die jüdische Handpuppe aus:
„Nehmen Sie aus seinen antikapitalistischen Verschwörungstiraden den Begriff „Jude“ weg, und Sie haben die Sprache, die heute Lafontaine spricht.“
Sorry, Herr Henkel, die Spezialisten für Diskriminierung, Sozialdarwinismus und Arbeitslager – Merkmale des Nationalsozialismus -Â finden Sie wohl eher in Ihrem Konvent für Deutschland als bei Oskar Lafontaine. Und die tatsächlich existierenden Missstände des neoliberalen Raubtier-Kapitalismus sind keine “Verschwörungstiraden”, sondern für viele Millionen Menschen auf diesem Planeten tagtäglich bitterste Realität.
Irgendwie bedauert Hans-Olaf Henkel, dass die Deutschen Turbo-Kapitalismus noch immer nicht so geil finden wie die Amerikaner und eine solidarische Gesellschaft bevorzugen:
„Die Gesellschaft ist nach links gerutscht. Die Parteien überbieten sich in der Darstellung des Sozialen. Die Gesellschaft entwickelt sich extrem in Richtung Gleichheit – zu Lasten der Freiheit“, stellte Henkel fest.
Mir kommen die Tränen, Herr Henkel. Diese neoliberale Einheitspartei überbietet sich zwar in der Darstellung des Sozialen, tatsächlich blinken sie aber links und biegen rechts ab – gleich zu Ihrem Konvent für Deutschland, der INSM, der Bertelsmann-Stiftung oder dem Bürgerkonvent.
Was ist denn an Gleichheit so schlimm? So gleich und reich wie Sie, Herr Henkel, wird der durchschnittliche Bürger in Deutschland eh nicht mehr. Allerdings kostet diese Gleichheit an Menschenwürde und sozialer Teilhabe Geld in Form von Steuern und Sozialabgaben – auch von den Unternehme(r)n. Und gegen die kämpfte Hans-Olaf Henkel ja nicht erst, seit er BDI-Präsident war. Logisch, dass Henkel diese Belastung zur Finanzierung des Gemeinwesens ablehnt, bekommt er doch selbst offenbar den Hals nicht voll genug.
Lieber Herr Henkel, packen Sie Ihren jüdischen Pappkameraden ein, denken Sie zur Abwechslung mal über Deutschland als Sozialstaat oder die Sozialbindung des Eigentums nach und versuchen Sie es dann noch einmal mit einer öffentlichen Äußerung. Was Sie propagieren und fordern, das ist keine Freiheit, sondern ausschließlich die totale Narrenfreiheit der Reichen und Mächtigen zu Lasten der Allgemeinheit. Die werden Sie aber nicht bekommen, solange auch nur noch ein Tropfen Blut in meinen Adern fließt.
Und das ist gut so.


am 19. Februar 2008 um 18:20:44 Uhr.
[...] Henkel habe ich hier ja schon häufiger thematisiert, u.a. wegen seiner unseriösen Hetze gegen die Linkspartei und seinem asozialen Treiben beim wirtschaftsfaschistischen Konvent für Deutschland. Bei [...]