Wenn neoliberale Verbrecher im Gesundheitswesen herumpfuschen (II)

Dieser Fall scheint sich nun auszudehnen. Zur Erinnerung:

Im niederrheinischen Wegberg sind innerhalb eines Jahres über zwei Dutzend Menschen gestorben, weil Ärzte falsch, unnötig oder stümperhaft behandelt haben sollen. Der Verdacht: Der neue Chef der privatisierten Klinik habe auf Kosten der Gesundheit seiner Patienten Kasse machen wollen.

So ist das, wenn Profite wichtiger sind als Menschen – also der Standardfall im Neoliberalismus. Doch das hat nun Folgen:

In zehn Fällen seien Patienten falsch oder unnötig operiert worden, bei fünf anderen sei nicht steriler Zitronensaft zu Desinfektionszwecken genutzt worden. Einige Patienten seien auch mehrfach falsch behandelt worden. In vier Fällen stehen Gutachten noch aus. Gegen den Klinikleiter wird unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Zehn weitere Ärzte stehen unter Verdacht.
(…)
Die Staatsanwaltschaft weitete ihre Ermittlungen gegen zehn Ärzte aus. Sie stehen in Verdacht der Tatbeteiligung oder der unterlassenen Hilfeleistung. Bisher hatte die Staatsanwaltschaft nur gegen den Klinikleiter wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Bezirksregierung Köln hatte dem Chirurgen die Zulassung als Arzt entzogen.

Ob die Verstorbenen irgendwas davon haben, dass dem Klinikleiter die Zulassung entzogen wurde und gegen die anderen Ärzte ermittelt wird, darf bezweifelt werden. Wer zudem aus reiner Profitgier und ohne medizinische Notwendigkeit unseriöse, risikoreiche Methoden anwendet, sollte nicht wegen fahrlässiger Tötung angeklagt werden, sondern wegen Totschlag oder Mord. Vielleicht wäre es auch besser, wenn der Staat sich wieder z.B. auf die Kontrolle von Krankenhäusern, wo Menschen anderen ausgeliefert sind, beschränkte anstatt in SS-Manier Arbeitslose auszuschnüffeln und zu schikanieren.

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