Bahnstreik & Co.: Die Deutsche Bahn und der Service
Der Bahnstreik tobt und obwohl ich zeitweise selbst betroffen bin von den Einschränkungen, bin ich im Gegensatz zu diversen verlogenen Medienberichten, z.B. bei schmierigen Redaktionen wie SPIEGEL Online, nicht genervt und ich verteufele auch nicht die Gewerkschaft GDL, im Gegenteil. Ich drucke mir vor der Fahrt einfach die aktuellen Fahrpläne aus und bisher sind die weitgehend eingehalten worden. Manche Wartende sagen schon spöttisch, dass die Bahn mit dem Notfahrplan pünktlicher sei als sonst.
Aber solange man wartet, kann man sich auch Gedanken darüber machen, wie die Deutsche Bahn sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat – meist zum Schlechteren. Da fällt mir neben der Stilllegung und Ausdünnung von zahlreichen Strecken vor allem der Abbau des Services ein, der auch aktuell weitergeht. Dazu gehört beispielsweise der Umstand, dass die Bahn es in immer mehr Zügen, vor allem im Nah- und Regionalverkehr, unmöglich macht, Tickets zu kaufen und die Reisenden lieber gleich zu Schwarzfahrern etikettieren will, um mehr zu kassieren und gleichzeitig Personal zu sparen. Es ist der übliche Weg, den privatisierte bzw. in diesem Fall zu privatisierende Unternehmen einschlagen: Weniger Service für mehr Geld anzubieten – Privatisierungen sind eine Pest für die Kunden!
Ein Mitreisender verwies auf die zahlreichen überteuerten Kioske, Geschäfte und Fressbuden, die heute an Bahnhöfen und Haltestellen zu finden sind, welche sich bestimmt über den Bahnstreik und die vielen Wartenden (=potentielle Kunden) freuen. Vielleicht will Herr Mehdorn den Pächtern auf diesem Wege ja das Weihnachtsgeld (ja, das soll es in manchen Unternehmen noch geben, die nicht komplett neoliberal hirngef*ckt sind und die Mitarbeiter nicht bloß als beliebig austauschbare Ressource betrachten) der Bahnreisenden zuschanzen. Überhaupt sprießen solche Kioske an den Bahnhöfen noch immer aus dem Boden. Wo früher Fahrkartenschalter waren, sind heute nur noch solche Kioske, die bestenfalls noch Tickets für den Nahverkehr verkaufen, ansonsten stehen Automaten rum, welche häufig nicht dazu in der Lage sind, den günstigsten Tarif zu buchen oder manchmal die Rabatte der Bahncard komplett ignorieren. Ironischerweise heißen manche dieser Kioske DB Service Store und zeigen, wie der Service bei einer privatisierten Bahn aussehen würde: Selbstbedienung an Automaten als Standard, während man sich gegen zusätzliche Bezahlung wohl alles vom Kofferträger bis zum persönlichen Arschlecker dazukaufen kann, was dann Premium oder comfort heißt.
Auf eine solche Bahn habe ich keine Lust und ich wäre der GDL sehr verbunden, wenn sie auf die inkompetente Manager-Flachzange Hartmut Mehdorn und den Vorstand insgesamt so viel Druck ausüben würden, dass er gehen muss. Denn Mehdorn interessiert nur noch die schnellstmögliche Privatisierung der Deutschen Bahn, damit er sich nach dem Börsengang mit Aktienoptionen und Zuwendungen aus der Finanzwirtschaft mit vielen Millionen Euro in den Ruhestand begeben kann. Nur deshalb ist der den Lokführern und der GDL gegenüber so unnachgiebig, mit angeblicher Vernunft oder einer möglichen Unverhältnismäßigkeit der Forderung der GDL hat dies absolut gar nichts zu tun. Hartmut Mehdorn ist schlicht kompetenzfrei und gierig – der Standardtypus deutscher Manager.
Keine Sorge, Herr Mehdorn, Sie bekommen sicher auch ein paar Milliönchen als goldenen Handschlag, wenn sie nach dem Bahnstreik den Hut nehmen müssen, weil Sie mit Ihrem Verhalten – vor allem dem dümmlichem Tingeltangel, der GDL immer wieder das gleiche Angebot in verschiedenen Formulierungen anzubieten und dies als “Verhandlungsbereitschaft” zu bezeichnen – untraggbar geworden sind. Ich werde Sie nicht vermissen, Herr Mehdorn. Sie sind in meinen Augen ein arg inkompetenter Depp, der bis heute noch nicht verstanden hat, dass die Bahn vorrangig in Konkurrenz zum Auto steht und nicht zum Flugverkehr. Die Massen brauchen keine unzähligen ICE-Verbindungen nur zwischen Großstädten, in denen dann ohnehin nur dumme, überflüssige und sich selbst zu wichtig nehmende Leute wie Sie sitzen. Die Masse der Bahnkunden brauchen als Pendler vor allem einen reibungslos funktionierenden, preiswerten Nah- und Regionalverkehr und kundenfreundliche Serviceangebote für alle.
Leben Sie wohl, Herr Mehdorn, wir werden Sie nicht vermissen!


am 16. November 2007 um 17:29:21 Uhr.
[...] dafür verantwortlich, dass das bundeseigene Unternehmen Deutsche Bahn AG sich anstelle Service vornehmlich mit Propaganda [...]