Wie die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) ihre Kunden schikanieren
Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sind seit Jahren ein Dauerthema der lokalen Öffentlichkeit. Meistens geht es dabei um die zahlreichen Verspätungen und Ausfälle bei gleichzeitigen Fahrpreiserhöhungen. Die Abkürzung KVB wird daher in Köln häufig mit der Phrase Kommt Vielleicht Bald übersetzt.
Nun blasen die Kölner Verkehrsbetriebe zu einer so genannten Sauberkeits-Offensive, die mit folgendem Schwachsinn einhergeht:
Der Verzehr von alkoholischen Getränken und anderen Getränken in offenen Behältnissen sowie der Verzehr von warmen Speisen und Eis sind in KVB-Fahrzeugen seit Anfang November verboten.
Außerdem soll das Rauchverbot zukünftig stärker verfolgt und bestraft werden. Allerdings stellt sich die Frage, aus welchen Behältnissen man noch etwa trinken können soll, wenn nicht aus offenen - ich habe es jedenfalls noch nicht geschafft, aus einer verschlossenen Flasche zu trinken. Zahlreiche Pendler nutzen die Wartezeit der ohnehin häufig verspäteten Busse und Bahnen für den Kauf von Kaffee oder Brötchen, ohne irgendwas zu verschmutzen.
Auch am Wochenende sind es nicht die paar jungen Leute mit Bier in der Hand, welche für ekelhafte Zustände sorgen, sondern diejenigen, die unscheinbar in die Bahn steigen und ein paar Stationen später literweise Alkohol samt unverdauten Resten von McDoof wieder auskotzen. Leere Flaschen werden heute in der Regel von Pfandsammlern mitgenommen, so dass bei mir der Eindruck entsteht, dass die Kölner Verkehrsbetriebe diese dümmliche Aktion nicht betreiben, weil die Fahrgäste sich übermäßig wegen mangelnder Sauberkeit beschwert hätten (die Beschwerden über Verspätungen und Ausfälle dürften wesentlich höher sein, aber da passiert seit Jahren nichts), sondern ausschließlich zum Einsparen von Reinigungskosten und zwecks weiterer Möglichkeit zur Schikane der Kunden.
Ich hätte daher noch einen kreativen Vorschlag für die KVB: Wie wäre es, wenn Ihr den Fahrgästen gleich noch das Atmen verbietet? Gerade im Winter beschlagen durch die feuchte Atemluft ja dauernd die Scheiben, was ja total unzumutbar ist, oder nicht? Viel besser wäre es allerdings, man würde endlich - in allen öffentlichen Verkehrsmitteln einschließlich der Deutschen Bahn - den Lärm aus den nervigen Walkman-Handies unterbinden. Denn im Gegensatz zu Verschmutzungen, denen man leicht aus dem Weg gehen kann, ist diese akustische Umweltverschmutzung, meist hirnfreies bis asoziales HipHop-Gebrabbel, nicht so leicht zu umgehen.

