Die Gebr. Weinzheimer Brotfabrik GmbH & Co. KG und Günter Wallraff
Die Gebr. Weinzheimer Brotfabrik GmbH & Co. KG muss ein ziemlich übler Saftladen sein, wenn man den Erfahrungsbericht von Günter Wallraff liest. Der Zulieferer der bereits einschlägig als Menschenverachter bekannten Discounter-Kette Lidl hält demnach wohl die Sicherheitsstandards nur unzureichend ein, kämpft gegen hygienische Defizite und beutet seine Arbeitnehmer in Sklavenhalter-Manier aus.
Die Website der Weinzheimer Brotfabrik sieht mit ihrer blauen Laufschrift und häßlichen Animationen von Brotprodukten aus, als hätte sie ein Schüler oder Student für ein Taschengeld in Schwarzarbeit erstellt. Das würde nach den bisherigen Berichten über diese Firma sehr gut ins Gesamtbild passen.

Auf ihrer Site weist die Geschäftsführung der Weinzheimer Brotfabrik die Vorwürfe von Günter Wallraff zwar zurück, allerdings ohne dass auch nur ein einziges sachliches Argument in dem PR-Geschreibsel enthalten wäre. Auch für den einzigen Auftraggeber Lidl springt man bereitwillig in die Bresche und kreist immer wieder um irgendwelche Zertifizierungen und anderen Papierkram, der mit den tatsächlichen Zuständen in der Firma wohl recht wenig zu tun hat. Da die Pressemeldungen als Grafiken eingefügt wurden, werden sie natürlich nicht von den Suchmaschinen erfasst, so dass man sie gleich in der Schublade hätte lassen können. Dämlich ist man dort also auch noch, aber auch das passt ins Gesamtbild.
In einer gesunden Marktwirtschaft würde eine solche Firma, welche die asoziale Ausbeutung von Lidl mittels Dumpinglöhnen an ihre Arbeitnehmer weitergibt, in die Insolvenz geschickt. Dann müßte Lidl entweder im Ausland arbeiten lassen oder an eine deutsche Firma Preise zahlen, in denen auch Löhne enthalten sind, welche sich ungefähr auf dem Niveau eines existenzsichernden Mindestlohns befinden. Firmen, die wie die PIN-Gruppe nur dann überlebensfähig sind, wenn sie niedrigste Dumpinglöhne zahlen, welche vom Steuerzahler mit Sozialleistungen (Wohngeld, Grundsicherung / Hartz IV etc.) aufgestockt werden müssen, haben keinen Fortbestand verdient. Wünschen wir der Weinzheimer Brotfabrik also eine baldige Insolvenz. Da Lidl der einzige Kunde sein soll, würde ein Boykott der Brotprodukte bei Lidl ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen. Deshalb:
Boykottiert die unter menschenunwürdigen Bedingungen produzierten Brotprodukte von Lidl!
PS: Wie bereits von mir vermutet, ist der International Food Standard (IFS), auf den sich Bernd Westerhorstmann von der Weinzheimer Brotfabrik dauernd in seinen Pressetexten beruft, vor allem ein bürokratisches Instrument nach den 9000er ISO-Normen zum Qualitätsmanagement. Ein gutes Arbeitsklima, Arbeitsschutz und armutsfeste Löhne sind darin allerdings nicht enthalten – ein zahnloses, bürokratisches Monster. Kein Wunder, dass in der Working Group des IFS vor allem führende Köpfe von Handelsriesen wie Metro, Edeka, Ava, Globus und Rewe zu finden sind. Denen geht es ganz sicher nicht um gute Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten, sondern in erster Linie um billige Preise, fette Margen und wenig Verantwortung.


am 14. Mai 2008 um 09:36:23 Uhr.
[...] …mehr Infos im Artikel von Wallraff selbst, veröffentlicht in der Zeit und auf dem Blog von Perspektive 2010. [...]