Arschloch des Tages: Gottfried Ludewig vom CDU-Studentenverbund RCDS

Der heutige Preisträger des Titels Arschloch des Tages hat sich ganz besonders um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte verdient gemacht: Gottfried Ludewig, Vorsitzender des CDU-Studentenverbunds RCDS, in dem auch immer wieder mal rechtsextreme Figuren diverser Burschenschaften auftauchen:

Der Vorsitzende des CDU-nahen Studentenverbands RCDS, Gottfried Ludewig, will die Stimmrechte von Rentnern und Arbeitslosen bei Bundestags- und Landtagswahlen einschränken. Er habe ein Thesenpapier an sämtliche Vereinigungen der CDU geschickt, bestätigte Ludewig.

Das kommt uns doch bekannt vor, oder nicht? War es nicht zuletzt Roman Herzog mit seinen übel bräunlich riechenden Kumpanen vom Konvent für Deutschland, z.B. Manfred Pohl oder Hans-Olaf Henkel, der in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Hand ans Wahlrecht legen wollte, um die etablierten Korrupti-Parteien an der Macht zu halten und die Linkspartei zu entmachten? Nichts Neues, denn wo ein brauner Haufen liegt, finden sich häufig noch mehrere - das ist nicht nur auf Hundewiesen der Fall, sondern offensichtlich auch in der CDU / CSU, deren intellektuelle und moralische Qualität offenbar noch einer gut gedüngten Hundewiese unterlegen ist.

Gottfried Ludewigs KloPapier trägt den hochtrabenden Titel “Drei Thesen zur Stärkung der Leistungsträger” - meint er damit Leistungswegträger wie Klaus Zumwinkel oder seine bürgerlich-christlichen Kumpanen? Ludewig behauptet jedenfalls:

“Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.” Allein mit “Hartz IV-Beziehern und Rentnern” könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren.

Ach, aber mit solch verkorksten Muttersöhnchen, Maulhelden und unreifen Vollzeit-Lebenstheoretikern aus den C-Parteien soll Deutschland funktionieren können? Ich jedenfalls habe vor jedem Rentner und Hartz IV-Bezieher wesentlich mehr Achtung als vor einem solchen Arschloch Leistungsträger wie Gottfried Ludewig. Denn diese beanspruchen nichts weiter als ihr Menschenrecht auf die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse und wollen einfach nur leben, während diese sogenannten Leistungsträger den maßlos gierigen Schlund eh nie voll genug bekommen und den Ärmsten selbst die Butter und das Brot nicht gönnen, wenn sie sich dafür im Gegenzug nicht kostenlos von der deutschen Industrie verheizen lassen (Workfare).

Es stellt sich die Frage, ob Gottfried Ludewig seinem “christlichen” Parteigenossen Roman Herzog eine Freude machen wollte oder ob wir ihn demnächst in einer Diskussionsrunde der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) oder des Konvents für Deutschland sehen werden. Aber die CDU ist ja schon spätestens seit Philipp Mißfelder bekannt dafür, dass sie mit Hilfe ihrer diversen Nebenorganisationen wie der Jungen Union oder dem RCDS gerne Grenzen austestet. Seit seiner unsäglichen Aussage

„Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“

hat Mißfelder jedenfalls politische Karriere gemacht. Ab 2002 war er nur Bundesvorsitzender der Jungen Union, 2003 tätigte er obige menschenverachtende Aussage und seit 2005 sitzt dieser widerliche Stinkstiefel nun im Bundestag und läßt sich da auf Kosten all derjenigen, die er verachtet und entrechtet sehen will, den Allerwertesten vergolden. Im Juni vergangenen Jahres positionierte ihn die wirtschaftsfaschistische Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in einem Streitgespräch zum Thema Rente als Gegenpol zu Norbert Blüm. Wie man sieht, finden selbst die abscheulichsten Menschenfeinde in der CDU und bei der INSM noch ein Zuhause. Aber irgendwo müssen ja die ganzen sozial inkompetenten Widerlinge und Antisympathen unterkommen, die das bürgerlich-christliche Lager in unsere Welt scheisst setzt.

Beobachten wir also gut, wo Gottfried Ludewig in den nächsten Monaten auftauchen und hofiert werden wird. Und merken wir uns seinen Namen und sein Gesicht. Aber schlagen würde ich jemanden wie Gottfried Ludewig nicht, denn auch ich habe Grenzen, wo der Ekel größer ist als die moralische Abscheu. Beschriften wir einfach den Strick und lassen ihn in der Schublade auf den Tag seines glorreichen Einsatzes warten. Hätten wir einen Verfassungsschutz, der wirklich die Verfassung schützt, wären solche ekelhaften Figuren wie Roman Herzog, Philipp Mißfelder und Gottfried Ludewig schon abgeurteilt und bis ans Lebensende weggesperrt. So aber müssen wir Bürger unsere Rechte und unsere Verfassung eben irgendwann selbst schützen, bevor in Berlin wieder Bücher verbrannt werden und das Grundgesetz zuerst ins Feuer fliegt.

Bis dahin herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung, Herr Ludewig!

PS: n-tv.de darf gerne erklären, was an dem schlicht verfassungsfeindlichen Vorschlag von Gottfried Ludewig “originell” sein soll. Was fänden Sie denn noch “originell”? Ein neues Ermächtigungsgesetz? Neue Arbeits- und Vernichtungslager für “Sozialschmarotzer”? Eine neue Diktatur? Geht’s noch?! Typisch Bertelsmann…

2 Kommentare zu “Arschloch des Tages: Gottfried Ludewig vom CDU-Studentenverbund RCDS”

  1. Perspektive 2010 » Blog Archive » Gottfried Ludewigs (CDU / RCDS) Kampf gegen links

    [...] gegen links ja einfach nur geisteskrank und eigentlich bemitleidenswert? Das würde auch seinen verfassungsfeindlichen Vorschlag zur Wiedereinführung des  Klassenwahlrechts besser erklären, mit dem Rentner und [...]

  2. trueten.de - Willkommen in unserem Blog!

    Erstklassig…

    Ich muss mal wieder Werbung für die CDU machen:
    “Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.†(Laut NTV…


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