Warum ich ab sofort nicht mehr bei Edeka und Marktkauf einkaufe

Da gibt es einen Typen namens Martin Lettenmeier, der als Geschäftsführer der Firma Friendly Service agiert. Das Prinzip dieser Firma, welche Einpackhilfen in Supermärkten bereitstellt,  ist der Null-Euro-Job. Vor allem in Edeka- und Marktkauf-Filialen in Südbayern werden solche Einpackhilfen bereits eingesetzt. Diese erhalten dabei nichts weiter als das freiwillige Trinkgeld der Kunden, es werden weder Steuern noch Sozialabgaben bezahlt. Nur für sich selbst und möglicherweise noch für seine “Teamleiter” auf 400 Euro-Basis, welche den Einpackhilfen Fleißsternchen für Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit vergeben, die über die Zahl zukünftiger Einsätze entscheiden, zahlt Martin Lettenmeier ein regelmäßiges Gehalt, von dem er nach eigenen Angaben “sehr gut” leben kann. Klar, von Sklaverei konnte man auch im alten Rom schon prächtig leben, das weiß Lettenmeier als evangelischer Theologe natürlich: Ora et labora – arbeite, halt das Maul und sei zufrieden mit den Peanuts, die man Dir zugesteht, während man sich weiter oben den gierigen Schlund vollstopft.

In folgenden Märkten der Ketten Edeka und Marktkauf werden die Trinkgeld-Sklaven von Friendly Service bereits eingesetzt:

  • E-Center Bernau bei Berlin
  • E-Center City Galerie Augsburg
  • E-Center Dillingen a.d.Donau
  • E-Center Hafen Tempelhof Berlin
  • E-Center Haunstetten
  • E-Center Hornstraße (Regensburg)
  • E-Center Höchner Schweinfurt (Oskar-von-Miller-Str.)
  • E-Center Lechhausen
  • E-Center Rain
  • E-Center Rosenheim
  • E-Center Römerstraße (Ingolstadt)
  • E-Center Wertingen
  • E-Center im Donau-Einkaufszentrum (Regensburg)
  • E-Center im OEZ (Olympia-Einkaufszentrum)
  • E-Center im Schwabencenter (Augsburg)
  • E-Center im Südpark (Neuburg a.d.D.)
  • E-Center im Westpark (Ingolstadt)
  • E-Neukauf Barnetstr Berlin
  • E-Neukauf Ludwigsfelde
  • EDEKA Markt Kösching
  • Marktkauf Augsburg-Göggingen
  • Marktkauf Dombühlerstr. (Nürnberg)
  • Marktkauf Dresden
  • Marktkauf Gersthofen
  • Marktkauf Ingolstadt
  • Marktkauf Memmingen
  • Marktkauf Mögeldorf (Nürnberg)
  • Marktkauf Neuburg a.d. Donau
  • Marktkauf Plärrer (Nürnberg)
  • Marktkauf Roth
  • Marktkauf Stadtbergen
  • Marktkauf Unterföhring
  • Marktkauf Weißenburg
  • Marktkauf Wilhelmshavnerstr. (Thon)

Als anständiger Bürger mit einem Sinn für soziale Gerechtigkeit sollte man diese Märkte solange meiden, wie sie die Service-Sklaven von Friendly Service einsetzen. Ansonsten sollte man den Schülern und Studenten, welche ohnehin nicht unbedingt auf die Kröten von Friendly Service angewiesen sein dürften, weil es für sie andere Jobmöglichkeiten wie Mini-Jobs gibt, keinen Cent mehr geben, um dieses ausbeuterische System zum Einsturz zu bringen. Wenn sich mit solch asozialer Ausbeutung nichts mehr verdienen läßt, werden sich sowohl die 700 Schüler und Studenten als auch Lettenmeier sich andere Verdienstmöglichkeiten suchen müssen. Nicht zuletzt sollte man sich per Telefon oder E-Mail an die Zentralen von Edeka und Marktkauf wenden und seinen Protest über die Zusammenarbeit mit der Sklavenklitsche Friendly Service inklusive Boykottankündigung äußern.

Hoffen wir, dass die Ketten Edeka und Marktkauf dem Beispiel der Drogeriekette Budnikowsky folgen und die Verträge mit Martin Lettenmeier umgehend kündigen. Denn von dem Attribut “fair” ist dessen menschenverachtendes Ausbeutungssystem mindestens genauso weit entfernt wie ein afrikanischer Löwe vom Nordpol.

Wer in oder um Ingolstadt wohnt, kann ja mal ein paar Fotos von Büro, Auto und Person des christlichen Sklavenhalters machen und z.B. bei Flickr veröffentlichen oder sich mit ihm persönlich über sein widerwärtiges Geschäftsmodell unterhalten, vielleicht genauso fair wie er mit seinen Ausgebeuteten umgeht. Ich denke, das dürfte auch all den verlogenen Schleimbeuteln, welche aktuell durch die kritischen Artikel der Online-Zeitungen und Blogs tigern, sich stolz als Sklave von Friendly Service ausgeben und von überdurchschnittlichen Einkünften berichten, das Maul stopfen – sofern da nicht eh der “feine” Herr Lettenmeier selbst unter mehreren Pseudonamen Krisen-PR per Copy & Paste betreibt.

Nicht zuletzt ist auch der Gesetzgeber gefragt, um solche unglaublichen Fälle zukünftig zu unterbinden. Denn gewöhnlich fällt das Trinkgeld als Zusatzverdienst zu einem ordentlichen Einkommen an und ist nicht als Einkommensersatz gedacht. Weiterhin wäre zu prüfen, ob die Sklaven von Friendly Service nicht einer Art Scheinselbständigkeit nachgehen und somit die Betroffenen und Martin Lettenmeier zur Nachzahlung angemessener Steuern und Sozialabgaben verpflichtet wären. Nicht zuletzt könnte auch eine Strafanzeige wegen Lohnwuchers von Seiten der Gewerkschaften greifen, wenn man das Anstellungsverhältnis und den Lohn einer Kassiererin oder Regal-Auffüllhilfe zum Vergleich heranzieht. Aber wenn es nach Schwarz-Gelb geht, brauchen wir ja keinen gesetzlichen Mindestlohn. Hätten wir einen solchen, wäre der Abzocker Martin Lettenmeier auch auf dieser Grundlage angreifbar.

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