perspektive2010 am 23. Juli 2008 um 12:03:40
Bei einem großen Teil der sogenannten Wirtschaftsforschungsinstitute - IW Köln, DIW Berlin, IZA Bonn, ZEW und vielen anderen - kann man schon lange nicht mehr von Forschung oder Wissenschaft sprechen. Es handelt sich eher um ausgelagerte Schreibtische für politische PR-Aktionen verschiedener Interessengruppen wie den Arbeitgeberverbänden, Industrie, Wirtschaft und Kapital. Die Bezeichnung als Institut und die angebliche Wissenschaftlichkeit dienen lediglich als Fassade für neoliberale Propaganda im Stil des faschistischen Reichspropagandaministeriums. Daran ändern auch die akademischen Titel der Mitarbeiter nichts. Vielmehr ist es eine Schande, dass sich Akademiker, die vielfach noch gebührenfrei auf Kosten der Allgemeinheit studieren durften, für solche Lügen und menschenfeindliche Propaganda hergeben - als Fürsprecher des neuen Faschismus von oben nach unten.
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perspektive2010 am 22. Juli 2008 um 16:47:26
Junge Welt - Bischof der Bosse:
Die Huber-EKD ist auf dem Weg, statt der Mühseligen und Beladenen die Reichen und Mächtigen ins Zentrum ihres Denkens zu stellen, weit vorangekommen.
Unbedingt lesen!
PS: Der angebliche Kampf der Kirchen und kirchlicher Organisationen gegen Armut in den Entwicklungsländern dient natürlich auch vorrangig diesen Organisationen selbst. Wer braucht eigentlich noch Kirchen, die jegliche humanistischen Werte verraten und verkauft haben, welche ihr Erlöser Jesus ihnen hinterlassen haben soll? Das sind keine schützenswerten Glaubensgemeinschaften mehr, sondern nur noch spirituelle Nutten von Wirtschaft und Kapital!
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perspektive2010 am 22. Juli 2008 um 16:05:32
Ein Mensch merkt, dass er (in meinem Sinne) frei ist, wenn er das minimale Menschenrecht hat, zu etwas »Nein« zu sagen, was mit ihm geschehen soll, ohne dass ihm Gewalt, Vereinsamung, Armut oder der Tod angedroht wird. Keinen anderen Zustand des Menschseins würde ich mit dem Wort »frei« belegen.
Nachtwächter
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perspektive2010 am 13. Juli 2008 um 06:54:35
Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich von Religionen und insbesondere von den christlichen Kirchen nichts halte, weil ich das Christentum in seiner institutionalisierten Version nur für einen korrupten Helfershelfer beim Zementieren der ungleichen und ungerechten Verhältnisse im Diesseits betrachte. Und es gibt so viele, die sich selbst als christlich bezeichnen, aber mit der ursprünglichen christlichen Ethik so viel zu tun haben wie der Teufel persönlich, z.B. die CDU / CSU oder das bürgerlich-christliche Lager. Oder fundamentalistische Gruppierungen wie The Call / The Cause, welche man wohl am ehesten als potentielle Terroristen des Christentums bezeichnen kann.
REPORT MAINZ liefert mit einem Bericht über von Arbeitgebern käufliche, christliche Gewerkschaften ein weiteres Beispiel dafür, dass dort, wo einzig mit einem gewissen Kalkül “christlich” draufsteht, häufig nur die allerletzte Scheisse drin ist:
Wie hier in der Gesundheitsbranche in Sachsen schließt die DHV auf einmal in der ganzen Republik Tarifverträge ab. Aber wie kommt eine solche Gewerkschaft überhaupt an Mitglieder? Offenbar hilft der Arbeitgeber nach.
Das hat dieser Betriebsrat eines Altenpflegeheims in Brandenburg zu spüren bekommen. Sie waren entmachtet worden. Neue Betriebsräte kamen ans Ruder. Betriebsräte, sagen sie, die nicht zu den Kollegen, sondern zum Chef hielten. Erst im Nachhinein haben sie erfahren, dass die meisten der Betriebsräte damals frischgebackene DHV-Mitglieder waren.
In diesem Brief informierte der Heimleiter seine Konzernspitze über die Gründung einer Betriebsgruppe der DHV. Bei diesen sechs Mitarbeiterinnen wurde mit Geld nachgeholfen: Der Arbeitgeber zahlte eine „Verantwortungszulage“ von 50 Euro monatlich, um den Gewerkschaftsbeitrag für die Mitarbeiterinnen zu kompensieren. Die DHV erklärt uns gegenüber, von der Aktion des Arbeitgebers nichts gewusst zu haben.
Auch in der Zeitarbeit ist es schon länger üblich, die Beschäftigten mit Hilfe solch “christlicher” Gewerkschaften noch mehr auszubeuten und so trotz Arbeit in Armut zu halten. Wie war das noch: Geben ist seliger denn Nehmen? Pustekuchen! Was genau ist an solch asozialen Arbeitgebern und korrupten Gewerkschaften eigentlich christlich?
Ein Grund mehr für den gesetzlichen Mindestlohn!
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perspektive2010 am 12. Juli 2008 um 18:03:27
Bei den fetten, asozialen Geld-Eliten, wie sie bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), dem Konvent für Deutschland und dem Frankfurter Zukunftsrat anzutreffen sind, gehört Sozialdarwinismus inzwischen wieder zum guten Ton wie zuletzt zu Führers Zeiten ab 1933. Die potentiell betroffenen Opfer sollten diesen Sozialdarwinismus nun einfach erwidern, z.B. durch folgende Maßnahme:
Falls man auf der Autobahn oder Landstraße Zeuge eines Unfalls wird, sollte man seine Hilfe abhängig machen vom Auto des Unfallopfers. So könnte man die Fahrer großer BMW-, Mercedes-, Audi-, Porsche- und Jaguarmodelle ebenso verrecken lassen wie die kurzschwänzigen Fahrer spritfressender und kindermordender Luxus-Geländewagen. Auch ein Blick auf das Nummernschild lohnt. Denn prangen hinter dem Kürzel für den Ort die beiden Buchstaben RA, handelt es sich bei dem Fahrer in 70-90%iger Sicherheit um einen Anwalt und somit um einen Überflüssigen, der zu der Wertschöpfung der Wirtschaft in der Regel wenig bis nichts beiträgt oder - schlimmer als es jeder Hartz IV-Empfänger je könnte - geschaffene Werte aus Eigennutz zerstört. Denn wahrscheinlich könnte man locker 50-90% der in Deutschland existierenden Anwälte ausweisen oder bis zum Lebensende in einem Steinbruch internieren und es würde sich nichts Wesentliches im Lande ändern. Bestenfalls würden die Gerichte entlastet, weil nicht mehr jeder durchgeknallte Nachbar wegen der angeblich unpassenden Gartenzwerge seines Gegenübers klagen könnte und man könnte bei eBay und mit Onlineshops mal wieder Geld verdienen, ohne in der dauernden Gefahr leben zu müssen, von einem prekarisierten Winkeladvokaten wegen eines fehlenden Doppelpunktes bei der Artikelbeschreibung oder ähnlichem Nonsense abgemahnt zu werden. Weitere Berufsgruppen, bei denen man sich die Hilfe mehrmals überlegen könnte, wären Politiker, Lobbyisten, Konzernchefs, Banker, Broker, Spekulanten, Makler und einige mehr - einfach das persönliche Feindbild schärfen.
Eine gelbe Krawatte des Fahrers kann darauf hindeuten, dass es sich um ein Mitglied der FDP handelt. Auch hier könnte man untätig bleiben oder z.B. einem am Abgrund stehenden Wagen den letzten Ruck verpassen bzw. ausgelaufenes Benzin durch ein unachtsam fallen gelassenes Streichholz entzünden - man brauchte halt angesichts der stressigen Situation einfach eine Zigarette : twisted:
Nicht zuletzt gibt es ja für Hilfeleistungen bei Unfällen keinen Markt und eine Verhandlung des Preises nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage wäre wegen der Bewußtlosigkeit des potentiellen Abnehmers nicht möglich. Wenn die Neoliberalen schon alles Soziale inklusive des Sozialstaates aus unserer Gesellschaft tilgen wollen, dann sollten sie auch damit leben bzw. sterben können, wenn man sie erst nach 3 Stunden mit ihrer Nobelkarosse vom Baum kratzt. Was sagen sie den Menschen immer, wenn diese den Sozialstaat nicht einfach für die Götze Rendite zu Grabe tragen wollen: Der Markt regelt alles! Dumm nur, dass die unsichtbare Hand des Marktes keinen Rettungswagen rufen kann. Man sollte noch schnell Anteile von Bestatungsunternehmen kaufen, das wird ein Bombengeschäft mit bombastischen Gewinnen!
PS: Dieser Beitrag enthält - ebenso wie folgende Beiträge der Reihe Sozialdarwinismus von unten - in großem Umfang Ironie und Satire. Die Texte sind zugleich nicht als Handlungsaufforderung zu verstehen, sondern dienen alleine der Unterhaltung.
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perspektive2010 am 12. Juli 2008 um 13:22:51
Ein Faktor bei der Schwäche der linken Szene gegenüber Rechtspopulisten und Rechtsextremisten liegt darin begründet, dass man sich zu lange vorrangig am Asyl- und Ausländerthema festgebissen hatte, während Themen wie sozialer Ausgleich und soziale Gerechtigkeit jenseits von ethnischen Minderheiten nicht bearbeitet wurden. Auf diesen Themengebieten konnten dann, vor allem in den neuen Bundesländern, die rechten Rattenfänger an Boden gewinnen.
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perspektive2010 am 11. Juli 2008 um 13:40:08
Eisbrecher - Kein Mitleid
Deine Hände sind schmutzig
Du liegst im Dreck
Dir kommen die Tränen
Steh auf und wisch sie weg
Du versuchst zu atmen
Es fällt so schwer
Jeder Gedanke eine Totgeburt
Dein Blick so leer
Du ahnst du spürst
dass du nichts bist
im Paradies kein Platz für dich ist
Du winselst um Gnade
am Ende deiner Zeit
Tut dir alles leid
Wo ist dein Gott
Groß und mächtig
Wann kommt sein Reich
Kalt und prächtig
Fang an zu beten und schweig
Kein Mitleid
Nein
Kein Mitleid
Deine Lippen sind blutig
Du machst dich nass
Du bist des Wahnsinns
und im Gesicht ganz blass
Du versuchst zu denken
Total verstört
Jedes Versprechen das dir wichtig war
ist nichts mehr wert
Glaubst du dass sich das Blatt noch wendet
Willst du dass dieser Wahnsinn endet
Du winselst um Gnade
Alles tut dir leid
Du betest zu Gott doch Gott hat
Keine Zeit keine Zeit kein Mitleid
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perspektive2010 am 9. Juli 2008 um 21:44:16
Die Hartz-Gesetze waren die Wiedereinführung von Konzentrations- und Vernichtungslagern, nur ohne Mauern, Zäune und direkte Gewalt. Dafür läßt sich mit Armut und struktureller Gewalt langfristig umso effektiver morden.
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perspektive2010 am 9. Juli 2008 um 10:01:51
In einer Wirtschaft, deren Produktivität jährlich um zwei Prozent wächst, kann nicht das Finanzsystem – das zu dieser Produktivität praktisch nichts beiträgt – Renditen in zweistelliger Höhe erzielen, ohne die Schwachen im System vollkommen ungerechtfertigt zu schädigen. Das Finanzsystem ist heute zu einem Kasino geworden: Der eine gewinnt, was ein anderer verliert. Regierungen, die in der Krise den Feuerwehrmann spielen und Spekulanten vor dem Ruin retten, können das nur verantworten, wenn sie vorher systematisch die Schwachen gegen die Willkür der Geldmächtigen geschützt haben.
NachDenkSeiten
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perspektive2010 am 7. Juli 2008 um 23:45:35
…und das ist gut so! Beispiel: Ich hatte darüber berichtet, wie Dr. Andreas Wildhagen von dem INSM-Sprachrohr Wirtschaftswoche gegen soziale Schwache agitiert hat. Daraufhin bekam er den begehrten Titel Arschloch des Tages verliehen. Nun sah er sich wegen des Drucks der Öffentlichkeit zu folgendem Nachtrag in seinem Artikel veranlasst:
Sehr geehrte Kommentatoren des Beitrags “Der Energiepreis ist heiß”. Ich entschuldige mich bei allen, die sich beleidigt fühlen. Die ganze Nacht ging das Telefon und Leute, die sich bitterlich beklagten oder nur Klingler, die sofort auflegten, haben mich nachdenklich gemacht. Meine Intention war nicht, sozial Schwache zu beleidigen.
Andreas Wildhagen
Wie es aussieht, haben die Hetzer heute keinen leichten Stand mehr, weil die Menschen durch die Aufklärungsarbeit alternativer Medien wie Blogs begriffen haben, woher die neoliberale Hetze kommt und wem sie nützen soll. Und noch viel wichtiger: Man läßt diese menschenverachtende Hetze der asozialen Klassenkämpfer von oben nicht mehr unwidersprochen stehen, sondern ruft an, beschwert sich und macht Druck. Das ist erfreulich, denn es ist ein Zeichen dafür, dass der deutsche Michel langsam aus seiner Gleichgültigkeit erwacht und begreift, dass die Zeit reif dafür ist selbst für seine Rechte und Freiheit zu kämpfen. Weiter so!
Keep the fire burning…
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