Einkaufen nervt!

Wider den neoliberalen Wahnsinn. Knallhart.

Einkaufen nervt!

Warum? Nun, man kann mal halbwegs schnell durch den Supermarkt kommen, weil viele der Deppen, die da sonst sinnlos im Weg herumstehen, Kaffeekränzchen halten oder einem vor die Füße laufen, gerade in Urlaub sind und den Menschen im Ausland auf den Sack gehen. Ich schnappe mir also verschiedene Pflegeprodukte und mache mich auf den Weg zur Schnellkasse, wo man mit bis zu 7 Teilen eben schneller dran kommt als an den anderen Kassen. Leider ist die Schlange lang und einige Leute haben wohl mit dem Zählen so ihre Probleme, denn sie stehen da mit halbvollen Einkaufswagen und einem Vielfachen der 7 Teile. Egal, ist ja nicht viel los wegen der Urlaubszeit, also zu einer anderen Kasse. Da pappt zwar ein Zettel, dass man dort heute nicht mit EC-Karte zahlen könne, aber das interessiert mich nicht, da ich meine alltäglichen Einkäufe immer bar zahle und Karten nur auf Reisen, im Notfall oder bei der Anschaffung teurerer Geräte verwende, wenn ich nicht mit größeren Summen durch Städte oder Stadtteile laufen will, wo man angesichts zwielichtiger Zeitgenossen schon tagsüber schnelleren Schrittes geht.

Jedenfalls packt an dieser Kasse eine Frau mittleren Alters gerade diverse Flaschen Puffbrause Prosecco oder ähnlichen Frauenalkohol ein, ansonsten ist nur noch eine Rentnerin mit ein paar Kleinigkeiten vor mir – sollte also schnell gehen. Doch was passiert: Die Frau hat gerade die letzten Flaschen in den Einkaufswagen gepackt, als die Kassiererin ihr 60 Euro irgendwas als Summe nennt. Die Frau zückt die Geldbörse und streckt der Kassiererin – genau – die EC-Karte entgegen. An der an diesem Tag sicher einzigen Kasse, an dem ein Schild für jedermann leicht lesbar davon kündet, dass an dieser Kasse nicht mit EC-Karte bezahlt werden kann. Aber das ist ja nicht alles. Erst ungefähr 1 Minute vorher kam eine andere Frau mit ihrem Bon und dem Einkaufswagen zur Kassiererin und reklamierte offenbar einen Fehler. Die Kassiererin hatte sie aber zunächst abgewimmelt und per Telefon jemanden gerufen, der sich darum kümmern soll. Man kennt das ja: Eine Durchsage verkündet, dass die 11 von der 37 runter und zur Kasse Nummer 3 kommen solle, weil sie den Schlüssel hat, der an den Kassen Stornos und Korrekturen ermöglicht. Deshalb war ich dort geblieben, aber das Weib mit der Puffbrause hat den Betrieb an der Kasse nun komplett zum Erliegen gebracht. Lesen ist ja auch schwer in PISA-Deutschland. Vielleicht hatte sie aber auch schon Puffbrause im Kopf, man weiß es nicht.

Ich wechsle also erneut die Kasse und weise eine andere Frau hinter mir, die gerade Waren auf das Band legen will, darauf hin, dass sie das am besten auch macht, weil manche Leute zu blöd sind ein Schild zu lesen. Ich hasse sowas! Das sind die gleichen Leute, die ein Vorfahrtsschild nicht sehen und Dir dann ins Auto krachen. Oder knapp vor dem Zebrastreifen gerade halb bis ganz blind fahren, weil sie gerade nach dem Handy in ihrer zugemüllten Handtasche grabschen – und Dich fast umfahren. Und sich keiner Schuld bewußt sind, dass sie gerade ihren Mitmenschen Zeit und Nerven rauben mit ihrer Blödheit. Jedenfalls komme ich erst um die 10 Minuten später aus dem Supermarkt, als ich es geplant hatte, als ich zur Schnellkasse gegangen war.

Diese ganze Kartenzahlerei bei Kleinbeträgen geht mir gehörig auf die Nerven. Da bezahlen manche Single-Sekretärinnen beispielsweise bei Plus eine Packung Bio-Joghurt und paar Zigaretten mit einer Summe von 6-8 Euro per EC-Karte. Leute, was ist so schwer daran, gelegentlich mal am Geldautomaten ein paar Scheinchen zu ziehen? Die gültige Währung in Deutschland heißt Euro und mit Eurer Kartenkacke geht Ihr denen, die in der Schlange hinter Euch stehen, gehörig auf die Nerven. Und Ihr stehlt deren Zeit mit Eurem Prozedere: Karte rein, warten ob der Dispokredit das Abendessen am Wochenende im Garten des Eigenheims, das größtenteils der Bank gehört, noch erlaubt, PIN eingeben, auf den Belegausdruck warten, Beleg unterschreiben und Karte nicht vergessen. Es könnte so einfach sein: Geld der Kassiererin geben, Wechselgeld und Bon in Empfang nehmen und tschüs.

Aber das wäre ja zu einfach…

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